Professoren an staatlichen Hochschulen werden nach der Besoldungsordnung W bezahlt, gestaffelt in die Gruppen W1, W2 und W3. Die monatlichen Grundgehälter reichen je nach Gruppe und Bundesland von rund 6.700 bis über 9.600 Euro brutto. Hinzu kommen individuell gewährte Leistungsbezüge. Dieser Ratgeber zeigt die aktuellen Besoldungstabellen für Bund und alle 16 Länder (Stand 2026) und erklärt, wie sich das Professorengehalt zusammensetzt.
Das Wichtigste in Kürze
- W1 = Juniorprofessur (befristet), W2 = reguläre und Fachhochschulprofessur, W3 = Lehrstuhl (W2 und W3 unbefristet).
- Bund 2026: W2 ab 7.658 €, W3 ab 8.654 € brutto im Monat (Grundgehalt, ohne Leistungsbezüge).
- Die Länder zahlen unterschiedlich: bei W3 bis zu rund 926 € Differenz im Monat zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Land.
- Erfahrungsstufen gibt es nur bei Bund, Bayern, Hessen und Sachsen. Die übrigen 13 Länder zahlen ein flaches Grundgehalt.
- Leistungsbezüge, bei der Berufung individuell festgelegt, machen oft den größeren Teil des Gehalts aus.
Was ist die W-Besoldung?
Die Besoldungsordnung W regelt die Bezahlung von Professoren an staatlichen Hochschulen in Deutschland. Die Buchstaben-Bezeichnung steht für „Wissenschaft“. Anders als Angestellte im öffentlichen Dienst, die nach dem TV-L vergütet werden, sind Professoren in aller Regel verbeamtet. Ihr Gehalt setzt sich aus zwei Teilen zusammen: einem festen Grundgehalt und variablen Leistungsbezügen.
Eingeführt wurde die Besoldungsordnung W im Jahr 2002. Zum Jahr 2005 trat sie an die Stelle der bis dahin geltenden C-Besoldung. Der wesentliche Unterschied liegt im Aufbau: Die C-Besoldung stieg automatisch mit dem Dienstalter, während die W-Besoldung einen Teil des Gehalts an die individuelle Leistung in Forschung, Lehre und Hochschulselbstverwaltung koppelt.
Mit der Föderalismusreform von 2006 ging die Zuständigkeit für die Beamtenbesoldung auf die Länder über. Seitdem regelt jedes Bundesland seine Professorengehälter selbst, der Bund nur noch die wenigen Professuren an Bundeseinrichtungen. In der Praxis bedeutet das 17 unterschiedliche Besoldungstabellen. Daraus ergeben sich teils deutliche Gehaltsunterschiede zwischen den Ländern, die weiter unten im Detail aufgeführt sind.
W1, W2 oder W3: Welche Besoldungsgruppe gilt für welche Professur?
Die drei Gruppen markieren unterschiedliche Stationen der wissenschaftlichen Laufbahn und unterscheiden sich in Höhe und Befristung.
| Gruppe | Typische Position | Befristung |
|---|---|---|
| W1 | Juniorprofessur | befristet (i. d. R. 3 + 3 Jahre) |
| W2 | Professur, Fachhochschulprofessur | unbefristet |
| W3 | Lehrstuhl, ordentliche Professur, Leitungsämter | unbefristet |
Quelle: akademische-jobs.de
W1 ist die Einstiegsgruppe und für die Juniorprofessur reserviert. Sie ist zeitlich befristet, üblicherweise auf drei Jahre mit der Möglichkeit der Verlängerung um weitere drei Jahre nach erfolgreicher Zwischenevaluation. Eine Juniorprofessur dient als eigenständiger Qualifikationsweg zur Professur und ersetzt für viele die klassische Habilitation.
W2 ist die häufigste Professurform. An Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften ist W2 in aller Regel die Spitzengruppe. An Universitäten bezeichnet W2 die Professur unterhalb des Lehrstuhls. W2-Professuren sind unbefristet.
W3 steht an der Spitze. Hierunter fallen die Lehrstühle an Universitäten sowie Leitungsfunktionen wie das Amt des Rektors oder Präsidenten. W3 ist mit der umfangreichsten Ausstattung und dem höchsten Grundgehalt verbunden.
In den Stellenausschreibungen auf akademische-jobs.de überwiegt die W2-Professur. Von den deutschen Stellen, die im Mai 2026 eine Besoldungsgruppe angaben, entfielen 169 auf W2, 103 auf W3 und 19 auf W1.
Wie hoch ist das Grundgehalt in der W-Besoldung?
Das Grundgehalt ist der feste, gesetzlich festgelegte Sockel. Seit 2012 wird das Grundgehalt in W2 und W3 in mehreren Stufen bemessen, die mit der Erfahrungszeit steigen. In den meisten Ländern greift das jedoch gar nicht, denn nur Bund, Bayern, Hessen und Sachsen kennen überhaupt Erfahrungsstufen. Die übrigen 13 Länder zahlen ein flaches Grundgehalt, das ausschließlich über Leistungsbezüge wächst. W1 hat in keinem Fall Stufen.
Alle folgenden Beträge sind monatliche Brutto-Grundgehälter. Familienzuschlag, Leistungsbezüge und etwaige Sonderzahlungen kommen hinzu. Für den Bund gelten seit dem 1. Mai 2026 folgende Werte:
| Gruppe | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 |
|---|---|---|---|
| W1 | 6.777,42 € | — | — |
| W2 | 7.658,48 € | 8.072,04 € | 8.507,93 € |
| W3 | 8.654,08 € | 9.121,40 € | 9.613,96 € |
Quelle: Hochschullehrerbund (hlb), beamtenbesoldung.org; Stand 2026
Der Aufstieg in die nächste Stufe erfolgt beim Bund im Sieben-Jahres-Rhythmus. Ein neu berufener W3-Professor an einer Bundeseinrichtung startet bei 8.654,08 € und erreicht nach 14 Jahren 9.613,96 €, jeweils im Grundgehalt ohne Leistungsbezüge. Diese Bundeswerte sind allerdings die Ausnahme, denn die meisten Professuren werden von den Ländern besoldet, wo das Grundgehalt durchweg niedriger ausfällt.
Wie setzt sich das Professorengehalt zusammen?
Wer eine Professur allein am Grundgehalt misst, unterschätzt das tatsächliche Einkommen. Auf das feste Grundgehalt kommen die Leistungsbezüge, der variable Teil, der die W-Besoldung von der alten C-Besoldung und vom TV-L abhebt. Drei Arten werden unterschieden:
- Berufungs- und Bleibe-Leistungsbezüge werden bei der Berufung auf eine Professur oder zur Abwehr eines Abwerbeversuchs einer anderen Hochschule festgelegt.
- Besondere Leistungsbezüge honorieren herausragende Leistungen in Forschung, Lehre, Nachwuchsförderung oder beim Einwerben von Drittmitteln. Sie können befristet oder unbefristet gewährt werden.
- Funktions-Leistungsbezüge entstehen aus der Wahrnehmung von Ämtern in der Hochschulselbstverwaltung, etwa als Dekan oder Prorektor.
Für die Altersversorgung sind Leistungsbezüge bis zu einer Grenze von 40 Prozent des Grundgehalts ruhegehaltfähig, fließen also in die spätere Pension ein. Die Gesamtbezüge sind nach oben gedeckelt und dürfen das Grundgehalt der Besoldungsgruppe B 10 nicht überschreiten.
In einigen Ländern ist ein Teil der Leistungsbezüge bereits fest zugesichert. Bremen und Hamburg etwa führen ein vergleichsweise niedriges amtliches Grundgehalt und legen darauf einen garantierten Grundleistungsbezug von gut 800 € obendrauf. Rheinland-Pfalz sieht nach zehn Dienstjahren einen Mindestleistungsbezug von rund 420 € vor. Das Grundgehalt ist somit gesetzlich festgelegt, die tatsächliche Höhe der Bezüge bestimmen jedoch die Leistungsbezüge, die bei der Berufung individuell festgelegt werden. Zwei Inhaber einer W3-Professur an derselben Hochschule können dadurch mehrere Hundert bis Tausend Euro im Monat auseinanderliegen.
Wie unterscheidet sich die W-Besoldung je nach Bundesland?
Da jedes Land seit 2006 eigenständig regelt, klaffen die Grundgehälter spürbar auseinander. Die folgende Übersicht zeigt die W2- und W3-Grundgehälter (jeweils Einstieg, Stufe 1) in Bund und allen 16 Bundesländern, sortiert nach der Höhe der W3-Besoldung. Stand der Daten ist der 1. Mai 2026.
| Bund/Land | W2 (Stufe 1) | W3 (Stufe 1) |
|---|---|---|
| Bund | 7.658,48 € | 8.654,08 € |
| Baden-Württemberg | 7.451,06 € | 8.429,84 € |
| Brandenburg | 7.114,57 € | 8.407,12 € |
| Berlin | 7.117,23 € | 8.118,77 € |
| Hamburg | 6.897,03 € | 8.116,18 € |
| Bremen | 6.857,22 € | 8.074,70 € |
| Bayern | 6.824,23 € | 8.038,92 € |
| Thüringen | 7.000,61 € | 7.891,75 € |
| Schleswig-Holstein | 6.965,27 € | 7.859,13 € |
| Mecklenburg-Vorpommern | 6.732,92 € | 7.813,33 € |
| Saarland | 6.732,58 € | 7.809,22 € |
| Sachsen-Anhalt | 7.029,23 € | 7.776,55 € |
| Nordrhein-Westfalen | 7.051,97 € | 7.767,45 € |
| Hessen | 6.988,15 € | 7.748,39 € |
| Sachsen | 6.825,55 € | 7.689,59 € |
| Rheinland-Pfalz | 6.777,04 € | 7.661,69 € |
| Niedersachsen | 6.914,90 € | 7.503,91 € |
Quelle: Hochschullehrerbund (hlb), Stand 01.05.2026
Eine W3-Professur startet in Baden-Württemberg mit 8.429,84 €, in Niedersachsen dagegen mit 7.503,91 €. Das ergibt eine Differenz von rund 926 € im Monat, allein beim Grundgehalt. Bei W2 reicht die Spanne von 7.451,06 € (Baden-Württemberg) bis 6.732,58 € (Saarland).
Diese Tabelle bildet nur das Einstiegsniveau ab. In Bund, Bayern, Hessen und Sachsen steigt das Grundgehalt zusätzlich mit Erfahrungsstufen. Hessen etwa kennt fünf Stufen bis zu knapp 9.000 € in W3. Rechnet man Leistungsbezüge und die unterschiedlichen Sonderzahlungen hinzu, fallen die tatsächlichen Einkommensunterschiede zwischen den Ländern noch größer aus.
Auch bei der jährlichen Sonderzahlung, dem früheren Weihnachtsgeld, gehen die Länder eigene Wege. Bund, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Thüringen haben sie ins Grundgehalt integriert; Brandenburg zahlt keine; Bayern gewährt 65 Prozent eines Zwölftels der Jahresbezüge; Berlin pauschal 900 €.
Aktuelle Professuren auf akademische-jobs.de
Eine Auswahl aktuell ausgeschriebener Professuren im DACH-Raum, mit Angabe der Besoldungsgruppe, soweit die Hochschule sie nennt:
W-Besoldung im Vergleich: TV-L, Österreich und Schweiz
Die W-Besoldung gilt nur für verbeamtete Professoren in Deutschland. Wissenschaftliche Mitarbeiter, Postdocs und Lehrkräfte für besondere Aufgaben werden dagegen nach dem TV-L vergütet, meist in den Entgeltgruppen E13 bis E15, also nach einem reinen Tarifsystem ohne Leistungsbezüge.
Im DACH-Raum gelten zudem unterschiedliche Systeme. Von den 435 Professuren, die im Mai 2026 auf akademische-jobs.de ausgeschrieben waren, entfielen 363 auf Deutschland, 45 auf Österreich und 27 auf die Schweiz. Österreich besoldet Universitätsprofessoren nach dem Kollektivvertrag der Universitäten in einer eigenen Verwendungsgruppe, die Schweiz nach kantonalen Lohnklassen. Beide Systeme kennen die deutsche Trennung in Grundgehalt und Leistungsbezüge so nicht. Ein direkter Euro-Vergleich greift wegen abweichender Lebenshaltungskosten und Steuerlast zu kurz.
Fazit
Die W-Besoldung besteht aus einem festen Grundgehalt und variablen Leistungsbezügen. W1 steht für die befristete Juniorprofessur, W2 für die reguläre und die Fachhochschulprofessur, W3 für den Lehrstuhl. Das Grundgehalt unterscheidet sich je nach Bundesland um mehrere Hundert Euro im Monat. Den größeren Unterschied machen die Leistungsbezüge, die bei der Berufung individuell festgelegt werden. Wer ein Stellenangebot einordnet, sollte daher Grundgehalt, Leistungsbezüge, Sonderzahlung und Bundesland zusammen betrachten.
Wir hoffen, dass wir Ihnen damit weiterhelfen konnten!
FAQ: Häufige Fragen zur W-Besoldung
Was bedeutet Besoldungsgruppe W?
Das „W“ steht für „Wissenschaft“. Die Besoldungsordnung W ist die Gehaltsordnung für verbeamtete Professoren an staatlichen Hochschulen und gliedert sich in die drei Gruppen W1, W2 und W3. Eingeführt wurde sie 2002. Zum Jahr 2005 löste sie die frühere C-Besoldung ab. Kennzeichnend ist die Aufteilung in ein festes Grundgehalt und variable Leistungsbezüge.
Wer bekommt eine W-Besoldung?
Die W-Besoldung gilt für verbeamtete Professoren an staatlichen Hochschulen in Deutschland: W1 für Juniorprofessuren, W2 für reguläre und Fachhochschulprofessuren, W3 für Lehrstühle und Leitungsämter. Wissenschaftliche Mitarbeiter, Postdocs und Lehrkräfte für besondere Aufgaben fallen nicht darunter. Sie werden nach dem TV-L vergütet. Professuren an Bundeseinrichtungen besoldet der Bund nach eigener Tabelle, alle übrigen das jeweilige Bundesland.
Ist eine W2- oder W3-Professur besser bezahlt?
W3 hat in allen Ländern das höhere Grundgehalt, beim Bund 8.654,08 € gegenüber 7.658,48 € in W2 (Stand 01.05.2026). Durch hohe Leistungsbezüge kann eine W2-Professur im Einzelfall dennoch nah an ein W3-Einkommen heranreichen.
Steigt das W-Gehalt automatisch mit den Dienstjahren?
Nur teilweise. Erfahrungsstufen im Grundgehalt gibt es lediglich beim Bund sowie in Bayern, Hessen und Sachsen. In den übrigen 13 Bundesländern ist das Grundgehalt flach. Ein Einkommenszuwachs entsteht dort über Leistungsbezüge.
Was verdient eine Juniorprofessur (W1)?
W1 hat keine Erfahrungsstufen. Beim Bund liegt das W1-Grundgehalt bei 6.777,42 € (Stand 2026). In den Ländern fällt es niedriger aus und variiert je nach Bundesland. Die Juniorprofessur ist befristet, in der Regel auf drei plus drei Jahre.
Sind Leistungsbezüge für die Pension relevant?
Ja. Leistungsbezüge sind bis zu 40 Prozent des Grundgehalts ruhegehaltfähig und erhöhen damit die spätere Versorgung, sofern sie unbefristet gewährt werden.






