Karriereplanung & Tenure-Track
Von der Promotion über Habilitation oder Tenure Track bis zur Lebenszeitprofessur folgt die wissenschaftliche Karriere eigenen Regeln. 13 Ratgeber erklären die Stationen, Titel und Weichenstellungen auf dem Weg zur Professur und danach.
Wege zur Professur
Lehrbefugnis, Privatdozentur und Vertretungsprofessur sind die klassischen Stationen und Bewährungsschritte vor der eigenen Berufung. Diese Ratgeber erklären, was jeweils dahintersteckt.
Venia legendi: Bedeutung, Erwerb und Rechte der Lehrbefugnis
Die venia legendi ist die von einer Hochschule verliehene Lehrbefugnis: das Recht, ein wissenschaftliches Fach dort selbstständig in Lehre und Prüfung zu vertreten. Erworben wird sie in aller Regel über die Habilitation, mit der Verleihung ist der Titel des Privatdozenten verbunden. Dieser Beitrag erklärt, was die venia legendi besagt, worin sie sich von der facultas docendi unterscheidet, wie Sie sie erhalten, welche Rechte und Pflichten sie begründet und wann sie erlischt.
Privatdozent (PD): Voraussetzungen, Aufgaben und Gehalt
Der Privatdozent ist kein Beruf und keine Stelle, sondern ein akademischer Titel. Mit der Habilitation erwirbt man die Lehrbefugnis (venia legendi) und darf an der Universität selbstständig lehren und prüfen, bezahlt wird der Titel jedoch nicht. Das Einkommen stammt aus der hauptberuflichen Tätigkeit, etwa als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Dieser Beitrag erklärt, was ein Privatdozent ist, welche Voraussetzungen gelten, welche Rechte und Pflichten der Titel mit sich bringt, wie hoch das Einkommen ausfällt und welche Karrierewege offenstehen.
Vertretungsprofessur: Voraussetzungen, Einstellung, Rechte und Gehalt
Eine Vertretungsprofessur überträgt die Aufgaben einer unbesetzten Professur befristet auf eine geeignete Person, ohne dass diese ein Berufungsverfahren durchläuft. Die Vergütung richtet sich in der Regel nach dem Grundgehalt der vertretenen W2- oder W3-Stelle. Ob dabei der Titel „Professor“ geführt werden darf, regeln die Bundesländer unterschiedlich. Dieser Beitrag erklärt, was eine Vertretungsprofessur ist, welche Voraussetzungen gelten, wie die Einstellung ohne Berufung abläuft, welche Rechte und Pflichten damit verbunden sind und wie sie bezahlt wird.
Grade und Titel im Überblick
Vom Bachelor bis zur Amtsbezeichnung Professor: Der Überblicksratgeber ordnet alle akademischen Grade und Titel ein und erklärt, in welcher Reihenfolge sie geführt werden.
Titel neben der Planstelle
Außerplanmäßige Professur und Honorarprofessur verleihen den Professorentitel ohne Planstelle und ohne Professorengehalt. Voraussetzungen und Unterschiede im Überblick.
Außerplanmäßige Professur (apl. Prof.): Voraussetzungen, Verfahren & Gehalt
Die außerplanmäßige Professur ist ein verliehener Titel, kein besoldetes Amt. Wer ihn führt, darf sich „Professor“ nennen, bezieht aber kein Professorengehalt aus einer Planstelle. Die Voraussetzungen regelt jedes Bundesland eigenständig: Die geforderte Lehrtätigkeit reicht von zwei Jahren in Baden-Württemberg bis sechs Jahren in Hessen. Dieser Beitrag erklärt, was die Abkürzung „apl. Prof.“ bedeutet, welche Voraussetzungen in allen sechzehn Ländern gelten, wie die Verleihung abläuft, ob es ohne Habilitation geht und welche Rechte, Pflichten und Vergütung mit dem Titel verbunden sind.
Honorarprofessur: Voraussetzungen, Verfahren und Bezahlung
Die Honorarprofessur ist ein Ehrentitel, kein besoldetes Amt. Hochschulen verleihen ihn an externe Fachleute aus Wirtschaft, Justiz, Medizin oder Verwaltung, die über Jahre in der Lehre mitwirken und in ihrem Gebiet Herausragendes leisten. Bezahlt wird der Titel nicht, die Lehre erfolgt in der Regel unentgeltlich. Dieser Beitrag erklärt, was eine Honorarprofessur ist, welche Voraussetzungen in den sechzehn Bundesländern gelten, wie die Bestellung abläuft, welchen Titel ein Honorarprofessor führt und warum mit der Ehrung kein Gehalt verbunden ist.
Promotion und Einstieg
Die wissenschaftliche Laufbahn beginnt mit der Wahl des Promotionswegs, an der Hochschule oder in Kooperation mit einem Unternehmen.
Nach der aktiven Dienstzeit
Emeritierung oder Pensionierung, Titelführung im Ruhestand und die Seniorprofessur: was nach der letzten Vorlesung kommt.
Professor im Ruhestand: Titel, Status („Prof. a. D.“ vs. „Prof. em.“), Voraussetzungen je Bundesland und Ruhegehalt
Die Emeritierung, der traditionelle Ruhestand der Hochschullehrer, wurde bereits 1976 für künftige Berufungen abgeschafft. Wer heute als Professor in den Ruhestand tritt, wird regulär pensioniert und führt die Amtsbezeichnung „Professor a. D.“. Ob und unter welchen Voraussetzungen die akademische Bezeichnung „Professor“ weiterzuführen ist, regelt jedes Bundesland eigenständig: Die Spanne reicht von keiner zusätzlichen Bedingung bis zu sechs Jahren Mindestdienstzeit. Dieser Beitrag erklärt den Unterschied zwischen Prof. a. D. und Prof. em., die Titelführung in allen sechzehn Ländern, das Ruhegehalt und Modelle wie die Seniorprofessur.
Seniorprofessur: Definition, Regelung je Bundesland, Ausgestaltung und Gehalt
Mit einer Seniorprofessur können Hochschulen verdiente Professorinnen und Professoren über den Ruhestand hinaus für Forschung und Lehre gewinnen. Eine gesetzliche Grundlage hat sie aber nur in sieben der sechzehn Bundesländer, und der Begriff meint dort nicht überall dasselbe: mal eine bezahlte befristete Weiterbeschäftigung, mal eine reine akademische Würde ohne Vergütung. Dieser Beitrag erklärt, was eine Seniorprofessur ist, wie sie je nach Land geregelt und ausgestaltet ist, welche Vergütung möglich ist und welche Alternativen es gibt.
Weitere Ratgeber
Akademischer Rat: Aufgaben, Besoldung und Weg zur Stelle
Der Akademische Rat ist die Beamten-Variante des Mittelbaus: eine Stelle für Daueraufgaben in Lehre, Labor und Organisation, besoldet in aller Regel nach A 13 und vor allem in Bayern und Baden-Württemberg verbreitet. Es gibt ihn auf Lebenszeit und als Qualifikationsstelle auf Zeit. Dieses Berufsprofil erklärt Aufgaben, Voraussetzungen, Besoldung und die Unterschiede der beiden Varianten.
Wissenschaftsmanagement: Aufgaben, Einstieg und Gehalt
Wissenschaftsmanager steuern Forschungsverbünde, beraten bei Anträgen und entwickeln Hochschulstrategien. Sie arbeiten in einem Berufsfeld zwischen Wissenschaft und Verwaltung, das seit Jahren wächst und für Promovierte die wichtigste Alternative zur wissenschaftlichen Laufbahn ist, mit deutlich mehr Dauerstellen als im Mittelbau. Dieser Beitrag erklärt die Aufgabenfelder, die Einstiegswege, die Rolle des wissenschaftlichen Referenten und das Gehalt nach TV-L.
Postdoc: Aufgaben, Gehalt, Perspektiven und Jobs
Postdoc bezeichnet die Karrierephase zwischen Promotion und Professur: promovierte Wissenschaftler, die ein eigenes Forschungsprofil aufbauen. Vergütet wird an deutschen Hochschulen in aller Regel nach TV-L E13 oder E14, mit Einstiegsgehältern ab 4.759,37 € brutto (Stand 04/2026). Dieses Berufsprofil erklärt, was die Postdoc-Zeit ausmacht, wie man hineinkommt, was sie zahlt und wohin sie führt.
Welche Wege führen zur Professur?
Der klassische Weg führt über die Promotion, eine Postdoc-Phase und die Habilitation mit anschließender Bewerbung auf Professuren. Daneben hat sich die Juniorprofessur etabliert, zunehmend mit Tenure Track: Fällt die Evaluation am Ende der befristeten Phase positiv aus, folgt der unmittelbare Übergang auf eine unbefristete W2- oder W3-Professur, ohne erneutes Berufungsverfahren. Wie dieses Modell funktioniert und was das Bund-Länder-Programm mit 1.000 geförderten Tenure-Track-Professuren dahinter leistet, zeigt der Ratgeber oben.
Zur Karriereplanung gehören darüber hinaus die Zwischenstationen. Die venia legendi verleiht nach der Habilitation die Lehrbefugnis, der Privatdozent lehrt mit diesem Status selbstständig, und eine Vertretungsprofessur gilt als wichtiger Bewährungsschritt vor der eigenen Berufung. Am Ende der Laufbahn stellen sich neue Fragen, etwa zur Seniorprofessur oder zur Titelführung im Ruhestand.
Wer den nächsten Karriereschritt plant, findet auf akademische-jobs.de täglich aktualisierte Ausschreibungen: Professuren, Juniorprofessuren und Tenure-Track-Stellen sowie Postdoc-Positionen an Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
FAQ: Häufige Fragen
Wie wird man Professor?
In aller Regel über eine herausragende Promotion und anschließende wissenschaftliche Leistungen. Diese werden klassisch durch die Habilitation nachgewiesen, zunehmend auch über eine Juniorprofessur mit oder ohne Tenure Track. Die Besetzung einer Professur läuft über ein Berufungsverfahren mit Ausschreibung, Berufungskommission und Begutachtung.
Was bedeutet Tenure Track?
Eine Tenure-Track-Professur ist eine befristete W1- oder W2-Professur mit der verbindlichen Zusage, nach positiver Evaluation unmittelbar auf eine unbefristete Professur überzugehen. Ein zweites Berufungsverfahren findet nicht statt. Details erklärt unser Ratgeber zur Tenure-Track-Professur.
Was unterscheidet Titel wie apl. Professor vom Lehrstuhlinhaber?
Außerplanmäßige Professoren und Honorarprofessoren führen den Professorentitel, ohne eine Planstelle mit Professorengehalt zu besetzen. Eine berufene W2- oder W3-Professur ist dagegen ein Amt mit eigener Ausstattung und Besoldung. Die Unterschiede im Einzelnen zeigen unsere Berufsprofile.