Bewerbung & Berufung
Bewerbungen in der Wissenschaft folgen eigenen Regeln: Eine Professur wird nicht eingestellt, sondern in einem Berufungsverfahren vergeben. 4 Ratgeber erklären, wie das Verfahren von der Ausschreibung bis zum Ruf abläuft, welche Unterlagen verlangt werden und wer am Ende entscheidet.
Der Weg auf die Professur
Wer sich auf eine Professur bewirbt, durchläuft ein förmliches Verfahren mit Kommission, Berufungsvortrag, Gutachten und Berufungsliste. Diese Ratgeber erklären die Stationen und die Stellen, die ohne Berufung besetzt werden.
Berufungskommission: Zusammensetzung, Aufgaben und Ablauf
Wer sich auf eine Professur bewirbt, hat es zuerst mit der Berufungskommission zu tun. Sie sichtet die Bewerbungen, lädt zu Vortrag und Lehrprobe ein, holt Gutachten ein und schlägt der Hochschule am Ende eine Liste mit in der Regel drei Namen vor. Wer in diesem Gremium sitzt und wie es abstimmt, regeln die 16 Landeshochschulgesetze und die Berufungsordnungen der Hochschulen sehr unterschiedlich. Dieser Artikel erklärt die Zusammensetzung der Berufungskommission, ihre Aufgaben, die Abstimmungsregeln und die Vorgaben zu Befangenheit und Vertraulichkeit.
Berufungsvortrag: Ablauf, Lehrprobe und Gespräch mit der Kommission
Der Berufungsvortrag ist der Termin, zu dem eine Berufungskommission die aussichtsreichsten Bewerber auf eine Professur persönlich einlädt: ein öffentlicher Fachvortrag, je nach Hochschule ergänzt um eine Lehrprobe vor Studierenden und ein Gespräch mit der Kommission. Wie lang, vor wem und in welcher Sprache vorgetragen wird, legt jede Hochschule selbst fest. Dieser Artikel zeigt den Ablauf, vergleicht die Vorgaben von neun Hochschulen und erklärt, was an Fachhochschulen anders ist.
Professor werden: Alle Wege zur Professur im Überblick
Wer in Deutschland erstmals auf eine Professur berufen wird, ist im Durchschnitt 42,4 Jahre alt, gut zehn Jahre älter als beim Abschluss der Promotion. Dazwischen liegen Habilitation, Juniorprofessur, Tenure-Track oder die Leitung einer Nachwuchsgruppe, an Hochschulen für angewandte Wissenschaften stattdessen mehrere Jahre Berufspraxis. Dieser Artikel erklärt, welche Voraussetzungen das Hochschulrecht verlangt, welche Wege zur Professur führen, was Hochschulen in ihren Ausschreibungen fordern und was in Österreich und der Schweiz gilt.
Bewerbung und Berufung an der Hochschule
Der Weg auf eine Professur führt über das Berufungsverfahren: Die Hochschule schreibt die Stelle aus, eine Berufungskommission sichtet die Bewerbungen, lädt zum Berufungsvortrag mit Lehrprobe und Gespräch, holt vergleichende Gutachten ein und erstellt eine Berufungsliste. Den Ruf erteilt je nach Bundesland die Hochschulleitung oder das Ministerium, danach folgt die Berufungsverhandlung über Ausstattung und Leistungsbezüge.
Nicht jede Professur wird über dieses Verfahren besetzt. Die Vertretungsprofessur überbrückt eine vakante Stelle ohne Berufung, und bei der Tenure-Track-Professur entfällt das zweite Verfahren beim Übergang auf die Lebenszeitprofessur. Was Berufungskommissionen an Unterlagen erwarten, zeigt die Auswertung der aktuellen Ausschreibungen im Berufungsverfahren-Ratgeber; die passenden Stellen finden Sie bei den Professuren und Juniorprofessuren, täglich aktualisiert.
FAQ: Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Berufungsverfahren?
Von der Ausschreibung bis zum Ruf vergehen an Universitäten in der Regel deutlich mehr als ein Jahr, an Fachhochschulen geht es meist schneller. Die Berufungsverhandlung nach dem Ruf kommt noch hinzu. Details und Quellen stehen im Ratgeber zum Berufungsverfahren.
Welche Unterlagen verlangt eine Berufungskommission?
Üblich sind Lebenslauf, Schriftenverzeichnis, Zeugnisse und Urkunden, Nachweise über Lehrerfahrung und Drittmittel sowie zunehmend ein Lehr- und ein Forschungskonzept. Viele Hochschulen nehmen Bewerbungen nur noch über ein Berufungsportal an.
Wer entscheidet am Ende über die Berufung?
Das regelt das Landeshochschulgesetz: In den meisten Ländern erteilt die Hochschulleitung den Ruf selbst, in einigen das Wissenschaftsministerium oder die Senatsverwaltung, teils mit Übertragung auf die Hochschule. Eine Übersicht aller 16 Länder enthält der Ratgeber zum Berufungsverfahren.