Das Wichtigste in Kürze
- Eine Gastprofessur ist eine befristete Tätigkeit in Lehre und Forschung an einer Hochschule, zu der diese einen auswärtigen Wissenschaftler, Künstler oder Praktiker einlädt. Ein Berufungsverfahren findet nicht statt.
- 13 von 16 Bundesländern regeln die Gastprofessur oder den Gastwissenschaftler im Hochschulgesetz. In Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen enthält das Gesetz dazu nichts, dort entscheiden allein die Hochschulen.
- Eine Höchstdauer nennen nur drei Länder: Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein begrenzen die Gastprofessur auf drei Jahre.
- Beim Titel gibt es drei Modelle: In fünf Ländern lautet die Bezeichnung „Gastprofessor“, in Berlin dürfen Gastprofessoren sich „Professor“ nennen, in Niedersachsen und Bremen kann die Hochschule das gestatten.
- Die Vergütung legt die Hochschule fest. Die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin zahlt vollbeschäftigten Gastprofessoren zum Beispiel 6.204,15 € im Monat, der DAAD orientiert sich an der W-Besoldung und an den Tarifverträgen.
Was ist eine Gastprofessur?
Bei einer Gastprofessur übernimmt eine Person, die nicht zum festen Lehrkörper gehört, für eine begrenzte Zeit Aufgaben eines Professors an einer Hochschule. Sie hält Lehrveranstaltungen, forscht mit den Kollegen vor Ort oder bringt Erfahrung aus der Praxis ein. International ist die Bezeichnung Visiting Professor üblich. Die Hochschulgesetze von Baden-Württemberg und Bayern beschreiben den Kreis der Gäste fast wortgleich: Hochschullehrer anderer Hochschulen oder Persönlichkeiten aus der wissenschaftlichen oder künstlerischen Praxis, die die Voraussetzungen für eine Professur erfüllen.
Von der regulären Professur unterscheidet sich die Gastprofessur in drei Punkten. Sie ist von vornherein befristet, sie wird ohne Berufungsverfahren vergeben, und der Gast bleibt in aller Regel an seiner Heimathochschule oder in seinem Beruf verankert. Die Hochschule will mit ihr das eigene Lehrangebot ergänzen, internationale Kontakte aufbauen oder ein Thema sichtbar machen. Wie eine Professur auf Dauer besetzt wird, beschreibt unser Beitrag zum Berufungsverfahren.
Wie wird man Gastprofessor?
Eine Gastprofessur wird in aller Regel nicht ausgeschrieben. Die Initiative geht von der Hochschule aus: Ein Fachbereich oder ein Institut schlägt eine Person vor, und die Hochschulleitung bestellt sie, überträgt ihr die Gastprofessur also förmlich für einen festgelegten Zeitraum. In Sachsen-Anhalt entscheidet der Senat auf Vorschlag des Fachbereichs, im Saarland das Präsidium auf Antrag des Dekanats, in Schleswig-Holstein der Präsident auf Vorschlag des Fachbereichs. Bremen stellt im Gesetz ausdrücklich klar, dass für Vertretungs- und Gastprofessoren keine Ausschreibung erforderlich ist.
Vorausgesetzt wird fast überall, dass der Gast die Einstellungsvoraussetzungen für Professoren erfüllt, also in aller Regel Promotion, pädagogische Eignung und zusätzliche wissenschaftliche Leistungen oder eine besondere Berufspraxis. Welche Wege zu dieser Qualifikation führen, zeigt unser Beitrag Professor werden. Dass Gastprofessuren selten über Stellenanzeigen besetzt werden, zeigt auch unser Bestand: In den Stellenausschreibungen auf akademische-jobs.de trugen zum Stichtag 04.10.2026 nur 2 von 4.273 Anzeigen das Wort Gastprofessur im Titel, eine an der Universität Graz und eine an der Universität Zürich.
Wie ist die Gastprofessur in den Bundesländern geregelt?
Das Hochschulrecht ist Ländersache, entsprechend unterschiedlich fallen die Regeln aus. Wir haben die geltenden Fassungen aller 16 Landeshochschulgesetze ausgewertet. Die Tabelle zeigt, wo die Gastprofessur geregelt ist, was das Gesetz zur Dauer sagt und welche Bezeichnung der Gast führen darf:
| Bundesland | Regelung im Hochschulgesetz | Bezeichnung |
|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Bestellung für begrenzten Zeitraum (§ 55 Abs. 2 LHG) | Gastprofessor |
| Bayern | Bestellung für begrenzten Zeitraum (Art. 58 Abs. 5 BayHIG) | Gastprofessor |
| Berlin | freies Dienstverhältnis für begrenzten Zeitraum (§ 113 Abs. 1 BerlHG) | Professor |
| Brandenburg | höchstens 3 Jahre, keine Verlängerung (§ 57 BbgHG) | nicht geregelt |
| Bremen | Gastwissenschaftler, befristet (§ 25a BremHG) | Professor, wenn die Satzung es gestattet |
| Hamburg | keine Regelung im Gesetz | nicht geregelt |
| Hessen | Bestellung durch die Hochschule (§ 81 HessHG) | nicht geregelt |
| Mecklenburg-Vorpommern | vorübergehende Tätigkeit als Gast (§ 74 LHG M-V) | Gastprofessor, wenn die Hochschule sie verleiht |
| Niedersachsen | Gastwissenschaftler, befristet (§ 35 Abs. 2 NHG) | Professor, wenn die Ordnung es gestattet |
| Nordrhein-Westfalen | keine Regelung im Gesetz | nicht geregelt |
| Rheinland-Pfalz | Bestellung für begrenzten Zeitraum (§ 50 Abs. 10 HochSchG) | nicht geregelt |
| Saarland | Bestellung durch das Präsidium (§ 52 Abs. 1 SHSG) | nicht geregelt |
| Sachsen | keine Regelung im Gesetz | nicht geregelt |
| Sachsen-Anhalt | bis zu 3 Jahre, im Ausnahmefall 3 weitere (§ 49 Abs. 1 HSG LSA) | Gastprofessor |
| Schleswig-Holstein | bis zu 3 Jahre, erneute Bestellung möglich (§ 65 Abs. 5 HSG) | Gastprofessor |
| Thüringen | Gastwissenschaftler, befristet (§ 94 Abs. 3 ThürHG) | nicht geregelt |
Quelle: Landeshochschulgesetze in den am 05.10.2026 geltenden Fassungen, eigene Auswertung von akademische-jobs.de; ergänzend hlb-Infoblatt „Titelführung bei Vertretungs- und Gastprofessur“ (Stand 08.08.2024).
Drei Länder verwenden statt der Gastprofessur den weiteren Begriff des Gastwissenschaftlers: Bremen, Niedersachsen und Thüringen. Gemeint sind dort geeignete Personen, die in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis befristet Aufgaben in Lehre und Forschung übernehmen. In Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen kommt die Gastprofessur im Hochschulgesetz gar nicht vor. Das bedeutet nicht, dass es sie dort nicht gibt: Die Universität Düsseldorf etwa vergibt seit Jahren die Heinrich-Heine-Gastprofessur.
Auch die Stellung in der Hochschule ist verschieden geregelt. In Baden-Württemberg zählen Gastprofessoren zu den Mitgliedern der Hochschule, in Berlin gehören sie in den Gremien zur Gruppe der Hochschullehrer. Thüringen führt sie dagegen als Angehörige. Angehörige sind an der Hochschule tätig, haben aber nicht die Mitwirkungsrechte der Mitglieder. In Rheinland-Pfalz nennt das Hochschulgesetz Gastprofessoren ausdrücklich unter den Personen, die nach Maßgabe der Prüfungsordnung Hochschulprüfungen abnehmen können.
Darf ein Gastprofessor den Professorentitel führen?
Das hängt vom Land ab, und die Gesetze kennen drei Lösungen. In Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein führen Gastprofessoren für die Dauer ihrer Bestellung die Bezeichnung „Gastprofessor“ oder „Gastprofessorin“. In Mecklenburg-Vorpommern kann die Hochschule diese Bezeichnung verleihen. Mit dem Ende der Bestellung erlischt die Befugnis, in Sachsen-Anhalt ist die Titelführung ausdrücklich an die Dauer der Gastlehrtätigkeit gebunden.
Weiter geht Berlin: Dort sind Gastprofessoren während ihrer Tätigkeit berechtigt, die akademische Bezeichnung „Professor“ oder „Professorin“ ohne Zusatz zu führen. In Niedersachsen kann die Hochschule Gastwissenschaftlern nach Maßgabe einer Ordnung gestatten, während des Dienstverhältnisses den Titel „Professor“ zu führen, in Bremen regelt die Satzung der Hochschule die Voraussetzungen dafür. In den übrigen Ländern schweigt das Gesetz, die Einzelheiten bleiben den Hochschulen überlassen. Im Saarland etwa regelt die Hochschule das Nähere ausdrücklich durch eine eigene Ordnung. Wie die Titelführung bei der verwandten Vertretungsprofessur geregelt ist, zeigt unser Beitrag dazu.
Gastprofessur, Vertretungsprofessur oder Honorarprofessur?
Die drei Formen werden häufig verwechselt, weil keine von ihnen eine reguläre Professur auf Lebenszeit ist. Sie haben aber verschiedene Zwecke:
Die Gastprofessur
- Die Hochschule lädt eine auswärtige Person ein, um ihr Angebot in Lehre und Forschung für eine begrenzte Zeit zu ergänzen. Eine freie Professur muss es dafür nicht geben.
- Die Dauer reicht von wenigen Wochen bis zu mehreren Jahren. Wo das Gesetz eine Grenze setzt, liegt sie bei drei Jahren.
Die Vertretungsprofessur
- Hier ist eine Professur unbesetzt oder ihr Inhaber vorübergehend abwesend, und eine andere Person nimmt deren Aufgaben in vollem Umfang wahr. Die Vertretungsprofessur überbrückt also eine Lücke.
- Sie endet mit der Besetzung der Stelle oder der Rückkehr des Inhabers. Hessen begrenzt sie im Gesetz auf in der Regel zwei Jahre, Thüringen auf in der Regel zwei Semester.
Die Honorarprofessur
- Die Honorarprofessur ist eine dauerhafte Auszeichnung für Personen, die hauptberuflich außerhalb der Hochschule tätig sind und sich in der Lehre bewährt haben.
- Honorarprofessoren lehren nebenberuflich und meist unentgeltlich, dürfen den Titel „Professor“ aber auf Dauer führen.
Daneben kennen mehrere Gesetze den Gastdozenten. Berlin und Sachsen-Anhalt verstehen darunter Gäste für Aufgaben, die nicht die Qualifikation eines Professors erfordern, auch Brandenburg nennt ihn neben dem Gastprofessor. Für pensionierte Professoren, die an ihrer bisherigen Hochschule weiterarbeiten, gibt es mit der Seniorprofessur eine eigene Form.
Welche Programme finanzieren Gastprofessuren?
Viele Gastprofessuren bezahlen die Hochschulen aus eigenen Mitteln oder aus Stiftungsgeld. Darüber hinaus gibt es Förderprogramme, über die Hochschulen und Forschungsverbünde Gäste einladen können:
- Das Gastdozentenprogramm des DAAD fördert Lehraufenthalte von Dozenten ausländischer Hochschulen an deutschen Hochschulen, aus allen Ländern und allen Fächern. Eine einzelne Gastdozentur dauert drei bis zwölf Monate und kann um höchstens zwölf Monate verlängert werden. Daneben fördert der DAAD Gastlehrstühle, die in der Regel 24 Monate lang von wechselnden Gästen besetzt werden. Den Antrag stellt die Hochschule, die nächste Frist endet am 15. Januar 2027.
- Der Mercator-Fellow der DFG ist ein Baustein in Förderprogrammen der DFG, etwa in Graduiertenkollegs. Nach dem Modul der DFG sind Fellows länger mit dem Projekt verbunden als gewöhnliche Gäste und mindestens zeitweise vor Ort. Die Bezeichnung Mercator-Fellow tragen die Gäste aus dem Ausland.
- Gastprofessuren mit eigenem Namen vergeben einzelne Universitäten an Personen des öffentlichen Lebens. Die Heinrich-Heine-Gastprofessur der Universität Düsseldorf ging 2024 an Campino, den Sänger der Band Die Toten Hosen, der im April 2024 zwei Vorlesungen hielt. Vor ihm hatten unter anderem Helmut Schmidt, Juli Zeh und Klaus Maria Brandauer die Gastprofessur inne, im akademischen Jahr 2024/25 folgte Charlotte Knobloch. Die Heinrich-Heine-Gastprofessur besteht aus einzelnen öffentlichen Vorlesungen.
Wie wird eine Gastprofessur vergütet?
Eine einheitliche Vergütung gibt es nicht, weil schon die Rechtsform wechselt. Brandenburg sieht ein Angestelltenverhältnis oder freie Mitarbeit vor, also eine Tätigkeit ohne Arbeitsvertrag. Berlin spricht von einem freien Dienstverhältnis. In Bremen, Niedersachsen und Thüringen entsteht ein öffentlich-rechtliches Dienst- oder Rechtsverhältnis, das durch die Beauftragung der Hochschule begründet wird und nicht durch einen Arbeitsvertrag. Die Gesetze von Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sagen lediglich, dass eine Vergütung gewährt werden kann. Die Höhe bestimmen die Hochschulen in eigenen Richtlinien.
Ein Beispiel für eine solche Richtlinie ist die der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin aus dem Jahr 2024. Vollbeschäftigte Gastprofessoren erhalten dort 6.204,15 € im Monat, Gastdozenten 4.746,22 €, bei Teilzeit anteilig. Für die Lehrverpflichtung gelten dieselben Regeln wie für Professoren. Zum Vergleich: Das Grundgehalt einer regulären Professur zeigt unser Beitrag zur W-Besoldung.
In den Förderprogrammen gelten eigene Maßstäbe. Im Gastdozentenprogramm des DAAD richtet sich die Vergütung nach der W-Besoldung, dem Tarifvertrag der Länder, dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst oder nach Pauschalen der Hochschule. Maßgeblich ist die Stellung des Gastes an seiner Heimathochschule. Mercator-Fellows kann die DFG neben den Reisekosten eine Vergütung zahlen, die sich nach der Qualifikation richtet und die Mittel für eine Professur nicht überschreiten darf. Für 2026 setzt die DFG dafür 10.300 € im Monat an Personalkosten an. Bezüge, die der Gast von seiner Heimathochschule weiter erhält, können im Programm des DAAD anrechnungsfrei bleiben.
Was gilt in Österreich und der Schweiz?
In beiden Ländern gibt es keine landesweite Regelung der Gastprofessur. Jede Universität legt Dauer, Rechtsform und Titel in eigenen Richtlinien fest, entsprechend verschieden sind die Modelle:
Österreich
- Das Universitätsgesetz 2002 führt die Gastprofessur nicht mehr als eigene Kategorie, Gastprofessoren nach dem früheren Recht gelten organisationsrechtlich als Universitätsprofessoren. Die Vergabe liegt seither im autonomen Bereich der Universitäten. Für längere befristete Professuren gibt es daneben das abgekürzte Berufungsverfahren nach § 99 Abs. 1 UG für eine Dauer von bis zu fünf Jahren.
- Medizinische Universität Wien: Die Bestellung dauert nach dem Informationsblatt der Universität mindestens zwei und höchstens zwölf Monate und kann verlängert werden. Ein Arbeitsverhältnis entsteht nicht, der Gast darf die Funktionsbezeichnung „Gastprofessor“ führen.
- Technische Universität Wien: Hier erhalten Gastprofessoren einen Arbeitsvertrag, der auf höchstens ein Jahr befristet ist und eine Anwesenheit von mindestens vier Wochen vorsieht. Bestellt werden kann nach der Richtlinie der Universität nur, wer bereits eine Lehrbefugnis besitzt.
- Universität Graz: Die Universität schreibt einzelne Gastprofessuren öffentlich aus. Zum Stichtag 04.10.2026 war auf akademische-jobs.de die Aigner-Rollett-Gastprofessur für Geschlechterforschung für das Wintersemester 2027/2028 ausgeschrieben, mit einer Lehrverpflichtung von sechs Semesterwochenstunden.
Schweiz
- Auch in der Schweiz regeln die Universitäten die Gastprofessur selbst, meist in ihren Personalordnungen. Die Beispiele zeigen zwei gegensätzliche Modelle: die Anstellung mit Lohn und den Gaststatus ohne Anstellung.
- Universität Zürich: Die Institute und Fakultäten wählen ihre Gastprofessoren aus. Nach dem Merkblatt der Universität vom Oktober 2024 kommen nur externe Personen in Betracht, deren Leistungsausweis dem eines Professors entspricht. Die Anstellung dauert mindestens einen Monat und höchstens ein Jahr, Verlängerungen sind in begründeten Fällen möglich. Gastprofessoren werden angestellt und beziehen einen Lohn nach den Lohnklassen der Universität.
- Universität Basel: Nach der Ordnung für das Wissenschaftliche Personal (PDF-Seite 12) dauert der Aufenthalt von Gästen längstens ein Jahr. Gäste stehen in keinem Anstellungsverhältnis zur Universität, und die Universität verleiht ihnen weder Titel noch Grade. Die Einladung von Gastprofessoren bestätigt die Fakultätsleitung.
Aktuelle Professuren
Aktuell 348 offene Professuren auf akademische-jobs.de. Gastprofessuren werden nur selten ausgeschrieben, reguläre Professuren immer.
Ausgeschriebene Professuren sammeln wir in den Bereichen Professur und Juniorprofessur. Für Lehrende ohne Professur kommt daneben ein Lehrauftrag in Betracht, den unser Beitrag zum Lehrbeauftragten erklärt.
Fazit
Die Gastprofessur ist eine Einladung auf Zeit: Die Hochschule holt sich für Wochen, Semester oder wenige Jahre Wissen von außen, ohne eine Stelle dauerhaft zu besetzen. Wie lange sie dauern darf, welchen Titel der Gast führt und was er verdient, hängt vom Land und von der Hochschule ab. Wir hoffen, dass wir Ihnen damit weiterhelfen konnten!
FAQ: Häufige Fragen zur Gastprofessur
Wie lange dauert eine Gastprofessur?
Von wenigen Wochen bis zu mehreren Jahren. Die meisten Hochschulgesetze sprechen nur von einem begrenzten Zeitraum. Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein setzen eine Grenze von drei Jahren, die in Sachsen-Anhalt im Ausnahmefall um drei Jahre verlängert werden kann.
Bekommt ein Gastprofessor ein Gehalt?
Bei einer Gastprofessur mit Lehrverpflichtung in aller Regel ja. Die Höhe legt die Hochschule fest, an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin sind es zum Beispiel 6.204,15 € im Monat bei voller Stelle. Gastprofessuren mit eigenem Namen wie die Heinrich-Heine-Gastprofessur in Düsseldorf bestehen dagegen aus einzelnen öffentlichen Vorlesungen.
Darf sich ein Gastprofessor Professor nennen?
In Berlin ja, für die Dauer der Tätigkeit. In Niedersachsen und Bremen kann die Hochschule es gestatten. In Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein lautet die Bezeichnung „Gastprofessor“. Nach dem Ende der Gastprofessur darf keine dieser Bezeichnungen weitergeführt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Gastprofessor und Gastdozent?
Ein Gastprofessor erfüllt die Voraussetzungen für eine Professur und nimmt Aufgaben eines Professors wahr. Gastdozenten übernehmen nach den Gesetzen von Berlin und Sachsen-Anhalt Aufgaben, für die diese Qualifikation nicht nötig ist. Der DAAD verwendet den Begriff Gastdozent dagegen allgemein für Lehrende ausländischer Hochschulen.
Kann man sich auf eine Gastprofessur bewerben?
Nur selten. Gastprofessuren werden in aller Regel auf Einladung vergeben, eine Ausschreibung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Zum Stichtag 04.10.2026 waren auf akademische-jobs.de zwei Gastprofessuren ausgeschrieben. Der übliche Weg führt über den Kontakt zu einem Fachbereich, der die Einladung bei der Hochschulleitung beantragt.






