Studienberater an der Hochschule: Aufgaben, Voraussetzungen und Gehalt

Studienberater helfen Schülern, Studieninteressierten und Studierenden bei der Wahl, dem Wechsel und dem Abbruch eines Studiums. An staatlichen Hochschulen arbeiten sie in der Zentralen Studienberatung und werden meist nach TV-L E 11 bis E 13 bezahlt. An privaten Hochschulen ist dieselbe Bezeichnung häufig mit dem Vertrieb von Studienplätzen verbunden. Dieser Beitrag erklärt Aufgaben, Arbeitgeber, Voraussetzungen und Gehalt.

Veröffentlicht: 29.10.202615 min Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Studienberater informieren und beraten Studieninteressierte und Studierende zu Studienwahl, Zulassung, Studienorganisation, Zweifeln am Studium und Fachwechsel. Die Studienberatung ist nach § 14 HRG eine gesetzliche Aufgabe der Hochschulen.
  • Typische Aufgaben: Einzelberatung persönlich, am Telefon, per E-Mail, Chat oder Video, Informationsveranstaltungen an Schulen und auf Bildungsmessen, Beratung zu Zulassung und Bewerbung, Webseiten und Informationsmaterial, Weitervermittlung an psychologische Beratung, Prüfungsamt oder Agentur für Arbeit.
  • Voraussetzungen: abgeschlossenes Hochschulstudium, für die Entgeltgruppe 13 ein Master, Diplom, Magister oder Staatsexamen, bevorzugt in Psychologie, Pädagogik, Erziehungs- oder Sozialwissenschaften, dazu Beratungserfahrung und oft eine Beratungsqualifikation.
  • Gehalt: an staatlichen Hochschulen nach TV-L, für Beratungsstellen meist E 11 bis E 13 (4.178,35 € bis 6.764,69 €, Stand 04/2026), für Leitungen E 14 oder E 15.
  • Besonderheit: An privaten Hochschulen ist die Studienberatung häufig Teil des Vertriebs. Die Stellen sollen Studieninteressierte für das eigene Angebot werben und zu einem Studienvertrag führen. Ein Gehalt nennen die Anzeigen nicht.
  • Nicht zu verwechseln: Studiengangskoordinatoren organisieren Studiengänge, Studienkoordinatoren arbeiten in klinischen Studien. Beides sind eigene Berufe.

Was ist ein Studienberater?

Ein Studienberater informiert und berät Menschen, die ein Studium aufnehmen wollen oder bereits studieren. Die Fragen reichen von der Wahl des Studienfachs über Zulassung und Studienorganisation bis zu Zweifeln am Studium, einem Fachwechsel oder dem Abbruch. An staatlichen Hochschulen sitzen Studienberater in aller Regel in der Zentralen Studienberatung, die je nach Hochschule auch Allgemeine Studienberatung, Studierendenberatung oder Studienorientierung heißt. Entsprechend vielfältig sind die Berufsbezeichnungen: Studienberater, Studierendenberater, Studienfachberater oder Fachstudienberater, an international ausgerichteten Hochschulen auch Study Advisor oder Student Advisor. Wo der Beruf im Gefüge der Hochschule steht, zeigt unser Überblick über die Berufe an der Universität.

Die Studienberatung ist eine gesetzliche Aufgabe. Nach § 14 des Hochschulrahmengesetzes unterrichtet die Hochschule Studierende und Studienbewerber über die Studienmöglichkeiten und über Inhalte, Aufbau und Anforderungen eines Studiums, unterstützt die Studierenden während des gesamten Studiums durch eine studienbegleitende fachliche Beratung und soll dabei mit der Berufsberatung und den Stellen für staatliche Prüfungen zusammenwirken. Die Landeshochschulgesetze übernehmen diese Pflicht und setzen eigene Akzente. Nordrhein-Westfalen verpflichtet die Hochschulen in § 58a des Hochschulgesetzes, „in allen Fragen des Studiums und der allgemeinen, hochschulübergreifenden Studienorientierung“ zu beraten. Die Hochschulen dürfen dort eine Fachstudienberatung bis zum Ende des zweiten Semesters vorschreiben und mit Studierenden, die nach der Hälfte der Regelstudienzeit weniger als ein Drittel ihrer Leistungspunkte erreicht haben, eine Studienverlaufsvereinbarung schließen. Bayern verlangt in Art. 82 BayHIG ausdrücklich die Zusammenarbeit mit Gymnasien, Berufsoberschulen und Fachoberschulen. Brandenburg geht in § 21 BbgHG am weitesten: Die Hochschule informiert Studienberechtigte über die Vorzüge eines Hochschulstudiums, kann eine Studienberatung vor der Zulassung zur Pflicht machen und ordnet jedem Studierenden einen Mentor aus dem eigenen Fachbereich zu.

In der Praxis teilt sich die Studienberatung in mehrere Stränge. Die allgemeine Studienberatung arbeitet fachübergreifend und richtet sich an Schüler, Studieninteressierte und Studierende aller Fächer. Die Studienfachberatung sitzt in den Fakultäten und Studiendekanaten und beantwortet Fragen zu einem bestimmten Studiengang. Sie wird oft von Lehrenden mit übernommen, an großen Universitäten aber auch als eigene Stelle ausgeschrieben, etwa an der TU München, der Universität Erlangen-Nürnberg oder der RWTH Aachen. Die psychologische Studienberatung hilft bei Lern- und Leistungsproblemen, Prüfungsangst und persönlichen Krisen und ist an vielen Hochschulen mit der allgemeinen Beratung verbunden, an der Universität Düsseldorf zum Beispiel als Allgemeine und Psychologische Studienberatung. Hinzu kommt die Beratung internationaler Studierender, die je nach Hochschule in der Studienberatung oder im International Office angesiedelt ist.

Zwei Berufe mit ähnlichem Namen sind etwas anderes. Ein Studiengangskoordinator organisiert einen Studiengang, also Studienpläne, Modulhandbücher und Akkreditierung, und berät nur nebenbei. Ein Studienkoordinator arbeitet in der klinischen Forschung und betreut Arzneimittelstudien an Universitätskliniken, ähnlich wie die Study Nurse. Ebenfalls nicht gemeint sind private Studienberatungsagenturen, die Studieninteressierte gegen Honorar bei der Studienwahl oder einem Auslandsstudium begleiten.

Bei welchen Arbeitgebern arbeiten Studienberater?

Die meisten Stellen bieten die Hochschulen selbst, doch das Berufsfeld ist breiter, als die Bezeichnung vermuten lässt:

ArbeitgeberWas Studienberater dort tunVergütung
Staatliche HochschuleZentrale Studienberatung, Studienfachberatung, psychologische BeratungTV-L, in Hessen TV-H
Private HochschuleStudienberatung mit Vertriebsauftrag, Bewerbungsmanagementfrei vereinbart
Agentur für ArbeitBerufsberatung zu Ausbildung und StudiumTarifvertrag der Bundesagentur
StudierendenwerkSozialberatung, psychosoziale Beratungje Studierendenwerk
BeratungsagenturStudienwahl und Auslandsstudium gegen Honorarselbstständig

Zusammenstellung nach Hochschulrahmengesetz, Landeshochschulgesetzen, SGB III und Ausschreibungen auf akademische-jobs.de. Quelle: akademische-jobs.de.

An den staatlichen Hochschulen arbeiten Studienberater in der Zentralen Studienberatung, in Studiendekanaten und Fakultäten oder, mit Schwerpunkt internationale Studierende, im International Office. Die Agenturen für Arbeit beraten ebenfalls zur Studienwahl: Sie bieten nach § 29 SGB III Berufsberatung an, und ihre Berufsberater sprechen mit Schülern nach eigener Darstellung über passende Ausbildungsberufe oder Studiengänge, unterstützt durch einen Studienfeldbezogenen Beratungstest. Den Nachwuchs dafür bildet die Bundesagentur selbst aus, im dualen Studium Beratung für Bildung, Beruf und Beschäftigung an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit: drei Jahre mit fünf Präsenztrimestern in Mannheim oder Schwerin und vier Praxistrimestern in Agenturen und Jobcentern.

Hochschulen und Berufsberatung arbeiten an der Schnittstelle zur Schule eng zusammen. In Nordrhein-Westfalen ist das im Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) geregelt. Nach dem Runderlass zur Beruflichen Orientierung haben Schulen, Berufsberatung und Hochschulen die gemeinsame Verpflichtung zur Ausbildungs- und Studienorientierung, und bei Fragen der Studienorientierung sind die Studienberatungen der Hochschulen vorrangig einzubeziehen. Die Hochschulen schreiben dafür eigene Stellen aus, die FH Aachen etwa eine Studienberatung im Rahmen des Landesprogramms nach E 12, die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg mehrere Stellen nach E 11.

Staatliche oder private Hochschule: Was ist der Unterschied?

Wer Stellenanzeigen für Studienberater liest, begegnet zwei verschiedenen Berufen unter demselben Namen. Zwischen dem 26.10.2025 und dem 26.10.2026 erschienen auf akademische-jobs.de 65 deutsche Ausschreibungen mit der Studienberatung im Titel. 40 davon stammten von 33 staatlichen und kirchlichen Hochschulen, 25 von 16 privaten Hochschulen. Der Unterschied liegt im Auftrag:

Staatliche Hochschule und kirchliche

  • Der Auftrag ist eine neutrale Beratung, die auch zu einem anderen Fach, einer anderen Hochschule oder einer Ausbildung führen darf.
  • 36 von 40 Anzeigen nannten die Entgeltgruppe, am häufigsten E 13 (20 Anzeigen) und E 11 (6).
  • 24 von 40 nannten Schulbesuche, Bildungsmessen oder Studieninformationstage als Aufgabe.
  • Ebenfalls 24 suchten ausdrücklich nach einem Studium in Psychologie, Pädagogik, Erziehungs-, Bildungs- oder Sozialwissenschaften.

Private Hochschule Beratung und Vertrieb

  • Der Auftrag ist, Studieninteressierte für das eigene Studienangebot zu gewinnen, in den Anzeigen etwa als „Abschluss von Studienverträgen“ beschrieben.
  • 18 von 25 Anzeigen trugen Sales oder Vertrieb im Stellentitel, 23 beschrieben Vertriebs- oder Akquiseaufgaben, 14 nannten CRM-Systeme oder Leads.
  • Keine der 25 Anzeigen nannte ein Gehalt, 16 baten um die Gehaltsvorstellung.
  • Beraten wird über Telefon, E-Mail, Chat und Video, dazu auf Messen und an Schulen.

Auswertung von 65 deutschen Ausschreibungen mit Studienberatung im Titel, 26.10.2025 bis 26.10.2026, ohne Hilfskraft-, Praktikums- und Aushilfsstellen, Dubletten entfernt. Quelle: akademische-jobs.de.

Der Befund betrifft nicht einzelne Häuser: 15 der 16 privaten Hochschulen beschrieben in ihren Anzeigen Vertriebsaufgaben. Beides ist ein eigenständiger Beruf, nur eben nicht derselbe. Wer Studieninteressierte ergebnisoffen begleiten möchte, auch wenn am Ende eine Ausbildung oder eine andere Hochschule steht, findet diese Aufgabe an staatlichen Hochschulen. Wer Menschen gern für ein konkretes Studienangebot gewinnt, findet an privaten Hochschulen eine Stelle zwischen Beratung und Vertrieb.

Welche Aufgaben hat ein Studienberater?

In den Ausschreibungen staatlicher Hochschulen kehren fünf Aufgabenblöcke wieder, unabhängig davon, ob die Stelle zentral oder in einer Fakultät angesiedelt ist:

Einzelberatung zu Studienwahl, Zweifeln und Wechsel

Das Beratungsgespräch ist der Kern des Berufs. Studieninteressierte kommen mit der Frage, welches Fach zu ihnen passt, Studierende mit Problemen bei der Studienorganisation, mit Zweifeln am Fach oder mit dem Gedanken an einen Abbruch. Die Universität Lübeck nennt in ihrer Ausschreibung ausdrücklich „qualifizierte Einzelberatungen zu Studienwahl, Studienorganisation und Studienzweifeln“, die Universität Jena berät vor Ort, am Telefon, per E-Mail und im Chat, auf Deutsch und auf Englisch. Die Entscheidung trifft am Ende der Ratsuchende selbst, die Beratung ordnet Möglichkeiten und Folgen ein.

Schulen, Bildungsmessen und Studieninformationstage

Ein großer Teil der Arbeit findet außerhalb der Beratungsstelle statt. Studienberater stellen die Hochschule in Oberstufen vor, stehen auf Bildungsmessen und organisieren Studieninformationstage, an denen Schüler Fächer und Hochschule kennenlernen. Die Universität Regensburg verlangt dafür ausdrücklich den Führerschein, weil die Schulveranstaltungen in der ganzen Region stattfinden, die Hochschule Flensburg hat für Veranstaltungen und Berufsorientierungsmessen sogar eine eigene Stelle geschaffen. Die Universität Jena nennt zusätzlich ein Schnupperstudium und Elterndialoge.

Zulassung, Bewerbung und Studienorganisation

Viele Anfragen drehen sich um Formalien wie Zulassungsbeschränkungen und Bewerbungsfristen, um das Dialogorientierte Serviceverfahren über hochschulstart.de, mit dem viele zulassungsbeschränkte Studiengänge ihre Plätze vergeben, um die Anerkennung von Leistungen oder um die Frage, wie ein Fachwechsel abläuft. Studienberater müssen diese Regeln sicher kennen und verständlich erklären. An Fakultäten kommen Pflichtaufgaben hinzu: Die Universität Göttingen nannte in einer Ausschreibung die Durchführung von Pflichtstudienberatungen. Solche verpflichtenden Beratungen erlauben mehrere Länder ausdrücklich, Nordrhein-Westfalen etwa in § 58a HG und Brandenburg in § 21 BbgHG. In den Fakultäten bearbeiten Studienberater außerdem Anträge, etwa zur Anerkennung von Studienleistungen.

Webseiten, Informationsmaterial und Online-Formate

Viele Fragen beantwortet schon die Webseite der Hochschule, und an ihr schreiben Studienberater mit. Sie pflegen Studiengangsbeschreibungen, Broschüren und Onlineangebote und entwickeln neue Formate für Social Media oder digitale Informationsveranstaltungen. Die TU Braunschweig führt die Arbeit an Informationsmaterialien, Webseiten und Webportalen als eigene Aufgabe auf, die Universität Tübingen schrieb Stellen für ein Web-Informationskonzept und einen KI-gestützten Studienlotsen aus. Gute Informationen entlasten die Sprechstunde, weil Standardfragen dort gar nicht erst ankommen.

Netzwerk und Weitervermittlung

Nicht jede Frage lässt sich in der Studienberatung lösen. Studienberater erkennen, wann jemand psychologische Hilfe, eine Prüfungsrechtsberatung, die Sozialberatung des Studierendenwerks oder die Berufsberatung der Agentur für Arbeit braucht, und vermitteln dorthin weiter. Die Technische Hochschule Ingolstadt beschreibt das als Erstberatung zur Weiterleitung im Beratungsnetzwerk. Dazu gehören Absprachen mit Fakultäten, Schulen und regionalen Partnern, die das Hochschulrahmengesetz mit dem Gebot zum Zusammenwirken ausdrücklich vorsieht.

Wie wird man Studienberater?

Studienberater ist in Deutschland kein geschützter Beruf, und es gibt keine eigene Ausbildung dafür. Der Weg führt über ein Studium, Erfahrung in der Beratung und in vielen Fällen eine Zusatzqualifikation.

Welches Studium wird verlangt?

Verlangt wird ein abgeschlossenes Hochschulstudium, und die Fachrichtung ist häufig vorgegeben. Von den 40 Ausschreibungen staatlicher und kirchlicher Hochschulen in unserer Auswertung suchten 24 ausdrücklich nach einem Studium in Psychologie, Pädagogik, Erziehungs-, Bildungs- oder Sozialwissenschaften. Die TU Braunschweig etwa verlangte ein Studium „im Bereich Psychologie, Bildungs- oder Erziehungswissenschaften oder einem Studiengang, der vergleichbares Beratungswissen vermittelt“. Für die Studienfachberatung zählt dagegen das Fach: Die Universität Göttingen suchte für ihre agrarwissenschaftliche Fakultät jemanden mit einem agrar-, natur- oder wirtschaftswissenschaftlichen Studium, die Universität Freiburg für ihre Lehramtsberatung eine Lehrkraft mit Lehramtsstudium und abgeschlossenem Vorbereitungsdienst.

Über die Entgeltgruppe entscheidet die Art des Abschlusses. 28 der 40 Anzeigen verlangten einen Master, ein Diplom, einen Magister, ein Staatsexamen oder allgemein ein wissenschaftliches Hochschulstudium. Die RPTU Kaiserslautern-Landau formulierte es unmissverständlich: Master oder vergleichbar, „ausgenommen mit einem Bachelorgrad“. Der Grund liegt im Tarifrecht, das wir im Abschnitt zum Gehalt erklären. Mit einem Bachelor ist der Einstieg möglich, aber in niedrigeren Entgeltgruppen.

Beratungsqualifikation und Fortbildung

Neben dem Studium zählt die Beratungskompetenz, und viele Hochschulen verlangen dafür einen Nachweis. Die Universität Düsseldorf setzte eine abgeschlossene Zusatzqualifikation in einem professionellen Beratungsverfahren voraus, ersatzweise einen entsprechenden Fortschritt in einer Therapieausbildung. Die RPTU verlangte eine begonnene oder abgeschlossene Beratungsqualifikation, etwa in systemischer Beratung, oder die Bereitschaft, sie zu erwerben. Die Universität Lübeck nannte eine abgeschlossene Beratungsausbildung als Vorteil.

Der Fachverband der Studienberatung ist die Gesellschaft für Information, Beratung und Therapie an Hochschulen (GIBeT). Sie geht auf eine Arbeitsgemeinschaft zurück, die sich im Oktober 1972 an der Universität Frankfurt zum ersten Mal traf, wurde 1994 als Verein gegründet und trägt ihren heutigen Namen seit 2002. Die GIBeT vergibt ein Fortbildungszertifikat in einem Basis- und einem Aufbauprofil. Die Fortbildungen dafür werden auf dem freien Markt besucht, und anerkannt werden auch Äquivalente wie Studienanteile oder eigene Veröffentlichungen. In Baden-Württemberg gibt es mit dem Programm „Exzellente Beratung an exzellenten Hochschulen“ ein eigenes Fortbildungsangebot im Auftrag des Wissenschaftsministeriums, das für das Zertifikat anerkannt wird und für Studienberater staatlicher Hochschulen des Landes zur Hälfte kofinanziert ist.

Wie gelingt der Einstieg?

Der Einstieg gelingt auf verschiedenen Wegen: aus dem Schuldienst wie bei der Freiburger Lehramtsberatung, aus der Jugend- oder Bildungsberatung, aus der Studienfachberatung neben einer Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter oder aus dem International Office. Wer noch studiert, kann als studentische Hilfskraft in einer Zentralen Studienberatung arbeiten, die Universität Jena etwa organisiert ihr Schnupperstudium zusammen mit studentischen Aushilfen. Auch Praktika gibt es: Die Zentrale Studienberatung der Universität Bielefeld nimmt Initiativbewerbungen für ein Praktikum an.

Welche Soft Skills werden benötigt?

Soft Skills sind die überfachlichen Fähigkeiten, die neben Studium und Methodik über eine gute Beratung entscheiden. In der Studienberatung zählen vor allem:

  • Aktives Zuhören und strukturierte Gesprächsführung
  • Neutralität gegenüber Fächern, Hochschulen und Bildungswegen
  • Empathie und Gelassenheit in Krisengesprächen
  • Sicheres Auftreten vor Schulklassen und auf Messen
  • Die Fähigkeit, Zulassungs- und Prüfungsregeln verständlich zu erklären
  • Interkulturelle Kompetenz und gutes Englisch

Die vier wichtigsten im Detail:

Gesprächsführung

Ratsuchende kommen selten mit einer klaren Frage. Hinter „Welches Fach soll ich studieren?“ stecken oft unausgesprochene Erwartungen der Eltern, Unsicherheit über die eigenen Stärken oder Angst vor dem Scheitern. Wer zuhört, gezielt nachfragt und das Gespräch strukturiert, ohne es an sich zu reißen, findet die eigentliche Frage hinter der ersten.

Neutralität

Eine staatliche Studienberatung empfiehlt auch einmal eine andere Hochschule, eine Ausbildung oder ein Jahr Pause, wenn das für den Ratsuchenden die bessere Lösung ist. Diese Haltung unterscheidet sie vom Hochschulmarketing und vom Vertrieb privater Anbieter. Sie verlangt, die eigenen Vorlieben für Fächer und Lebenswege zurückzustellen.

Empathie und Abgrenzung

Studienzweifel gehen oft mit Prüfungsangst, Geldsorgen oder familiären Konflikten einher. Studienberater müssen das ernst nehmen und zugleich wissen, wo ihre Rolle endet und die psychologische Beratung beginnt. Wer beides kann, Zuwendung und klare Weitervermittlung, schützt die Ratsuchenden und sich selbst.

Präsentation vor Gruppen

Vor einer ganzen Oberstufe über Studienwahl zu sprechen, ist etwas anderes als ein Einzelgespräch. Gefragt sind ein klarer Aufbau, anschauliche Beispiele und die Fähigkeit, auch auf ungeplante Fragen sicher zu antworten. Die Universität Jena verlangte deshalb Erfahrung in der Moderation von Gruppen, die FH Aachen Erfahrungen im Umgang mit unterschiedlichen Zielgruppen.

Wie hoch ist das Gehalt eines Studienberaters?

An staatlichen Hochschulen richtet sich das Gehalt nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L), in Hessen nach dem eigenen TV-H. Eine eigene Berufsgruppe für Studienberater kennt die Entgeltordnung nicht, sie werden nach den allgemeinen Tätigkeitsmerkmalen für den Verwaltungsdienst in Teil I (PDF-Seite 9) eingruppiert. Entscheidend sind der Abschluss und die Anforderungen der Stelle. Innerhalb jeder Entgeltgruppe steigt das Gehalt in sechs Stufen mit der Berufserfahrung, von Stufe 1 beim Einstieg bis Stufe 6, die in der E 13 nach 15 Jahren erreicht ist:

EntgeltgruppeWann sie greiftStufe 1Stufe 6
E 9bBachelor oder FH-Diplom und entsprechende Tätigkeit3.620,10 €5.014,87 €
E 11besondere Schwierigkeit und Bedeutung4.178,35 €6.050,95 €
E 13wissenschaftlicher Abschluss und entsprechende Tätigkeit4.759,37 €6.764,69 €
E 14Leitung, herausgehobene Tätigkeit5.143,59 €7.194,48 €
E 15Leitung einer großen Einrichtung5.658,38 €7.854,52 €

Monatliche Grundentgelte brutto ab 01.04.2026. Eingruppierungsmerkmale vereinfacht nach der Entgeltordnung zum TV-L, Teil I. Quelle: Tarifgemeinschaft deutscher Länder, Anlage B zum TV-L (Tabelle des Landesamtes für Steuern und Finanzen Sachsen).

Studienberater an staatlichen Hochschulen: Monatsentgelt von Stufe 1 bis Stufe 6

E 9b (Bachelor) 3.620–5.015 €

E 11 (besondere Schwierigkeit und Bedeutung) 4.178–6.051 €

E 13 (wissenschaftlicher Abschluss) 4.759–6.765 €

E 14 (Leitung) 5.144–7.194 €

E 15 (Leitung großer Einrichtungen) 5.658–7.855 €

3.5004.5005.5006.5007.5008.000

Angaben in € brutto im Monat, gerundet (Stand 04/2026)

Quelle: TdL-Entgelttabelle TV-L (Stand 01.04.2026), auf ganze € gerundet.

Die Grenze zwischen E 11 und E 13 zieht die Protokollerklärung zur Entgeltordnung. Eine abgeschlossene wissenschaftliche Hochschulbildung liegt nach der Protokollerklärung Nr. 1 (PDF-Seiten 12 und 13) nur bei einem Master, Diplom, Magister oder einer Staatsprüfung vor, ein Bachelor erfüllt sie ausdrücklich nicht, auch wenn das Studium länger als sechs Semester gedauert hat. Ein Master einer Fachhochschule zählt, wenn er den Zugang zum höheren Dienst eröffnet, also zu der Beamtenlaufbahn, für die sonst ein Universitätsabschluss nötig ist. Daneben muss die Tätigkeit selbst einen solchen Abschluss erfordern, und genau deshalb schreiben manche Hochschulen ihre Beratungsstellen nach E 13, andere nach E 11 aus.

Die Ausschreibungen bestätigen die Spanne. Von den 40 Anzeigen staatlicher und kirchlicher Hochschulen zwischen dem 26.10.2025 und dem 26.10.2026 nannten 36 eine Entgeltgruppe: 20 die E 13, 6 die E 11, 3 die E 9b und je eine die E 10 und die E 12. Stellen für Veranstaltungen, Verwaltung und Unterstützung lagen darunter, die Hochschule Flensburg etwa schrieb ihre Mitarbeit bei Berufsorientierungsmessen nach E 9a aus. Leitungsstellen erreichen E 14 oder E 15: Die Universität Münster suchte eine Leitung ihrer Abteilung Studienberatung und Studienkoordination nach E 14, die LMU München die Leitung ihres Referats Zentrale Studienberatung nach E 15. Hinzu kommen eine Jahressonderzahlung und eine Betriebsrente aus der Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes. Was die häufigste Entgeltgruppe im Detail bedeutet, erklärt unser Ratgeber zur Entgeltgruppe 13.

Für private Hochschulen lässt sich keine belastbare Spanne angeben. Keine der 25 Anzeigen in unserer Auswertung nannte ein Gehalt, 16 baten stattdessen um die Gehaltsvorstellung. Die Vergütung wird dort im Bewerbungsgespräch verhandelt. Bei der Bundesagentur für Arbeit gilt ein eigener Tarifvertrag.

Was gilt in Österreich und der Schweiz?

In beiden Nachbarländern ist die Studienberatung ebenfalls eine öffentliche Aufgabe. Die Schweiz geht dabei einen Schritt weiter als Deutschland und regelt die Ausbildung der Berater.

Österreich

  • Die Universitäten sind nach § 60 Abs. 1b UG verpflichtet, zur studienvorbereitenden und studienbegleitenden Beratung Orientierungsveranstaltungen abzuhalten und Orientierungsinformationen bereitzustellen, auch gemeinsam mit der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH).
  • Eine Besonderheit ist die Psychologische Studierendenberatung, eine Einrichtung des Bundesministeriums für Frauen, Wissenschaft und Forschung mit Standorten in Wien, Graz, Innsbruck, Salzburg, Linz und Klagenfurt. Sie bietet neben psychologischer Hilfe eine kostenlose individuelle Studienwahlberatung an.

Schweiz

  • Die Studienberatung ist Teil der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung, für die nach Art. 51 des Berufsbildungsgesetzes die Kantone sorgen. Anders als in Deutschland ist der Beruf geregelt: Die Berater weisen sich nach Art. 50 über eine vom Bund anerkannte Fachbildung aus.
  • Diese Fachbildung umfasst nach Art. 56 der Berufsbildungsverordnung 600 Lernstunden für Studierende mit Hochschulabschluss, sonst 1.800, sowie zwölf Wochen Praktika. Der Abschluss berechtigt nach Art. 58 zum Titel diplomierter Berufs-, Studien- und Laufbahnberater.
  • Die Hochschulen stellen ihre Studienberater mit unterschiedlichen Profilen ein. Die Universität Basel verlangte für ihre Studienberatung einen Master in Psychologie und die Fachausbildung in Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung, die Universität Luzern ein Studium der Geistes- oder Sozialwissenschaften, die Universität Zürich für die Studienfachberatung Biomedizin einen naturwissenschaftlichen Master.

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Aktuelle Stellen als Studienberater

Auf akademische-jobs.de finden Sie Stellen in der Studienberatung an Universitäten, Fachhochschulen und privaten Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie laufen in den Bereichen Studienberatung und Verwaltung und Technik zusammen:

Aktuelle Stellen in der Studienberatung

Aktuell 15 offene Stellen als Studienberater auf akademische-jobs.de.

Welche Perspektiven hat ein Studienberater?

Innerhalb der Studienberatung führt der Weg in die Leitung. Größere Einrichtungen haben Teams mit eigenen Schwerpunkten wie Studienorientierung, Studienzweifel oder internationale Studierende, und die Leitung einer Zentralen Studienberatung wird nach E 14 oder E 15 vergütet. Viele Studienberater wechseln außerdem in benachbarte Felder der Hochschulverwaltung: in das International Office, den Career Service, das Qualitätsmanagement für Studium und Lehre oder die Studiengangskoordination. Diese Wege gehören zum Wissenschaftsmanagement.

Ein zweiter Weg führt in die psychologische Beratung. Dafür reicht die Erfahrung aus der allgemeinen Studienberatung allein nicht aus: Die Universität Düsseldorf verlangte für ihre Stelle in der Allgemeinen und Psychologischen Studienberatung gute Kenntnisse psychischer Erkrankungen und eine Beratungs- oder Therapieausbildung. Wer Psychologie studiert hat, kann diesen Weg gezielt einschlagen. Außerhalb der Hochschule bleiben die Berufsberatung der Agenturen für Arbeit, die Bildungsberatung von Kommunen und Kammern sowie die Selbstständigkeit als Studien- und Laufbahnberater.

Fazit

Studienberater helfen bei einer der folgenreichsten Entscheidungen im Bildungsweg, und die Hochschulen sind gesetzlich verpflichtet, diese Beratung anzubieten. An staatlichen Hochschulen ist der Beruf eine neutrale Beratungsaufgabe mit einem Studium in Psychologie, Pädagogik oder Sozialwissenschaften als typischer Grundlage und einem Gehalt nach TV-L E 11 bis E 13. An privaten Hochschulen steht unter demselben Namen häufig eine Vertriebsstelle, deren Vergütung frei verhandelt wird. Wer die Ausschreibung genau liest, erkennt den Unterschied sofort. Wir hoffen, dass wir Ihnen damit weiterhelfen konnten!

FAQ: Häufige Fragen zum Studienberater

Was macht ein Studienberater?

Ein Studienberater informiert und berät Studieninteressierte und Studierende zu Studienwahl, Zulassung, Studienorganisation, Zweifeln am Studium und Fachwechsel. Dazu kommen Informationsveranstaltungen an Schulen und auf Messen, Webseiten und Broschüren sowie die Weitervermittlung an andere Beratungsstellen.

Welches Studium braucht man als Studienberater?

Ein abgeschlossenes Hochschulstudium, an staatlichen Hochschulen bevorzugt in Psychologie, Pädagogik, Erziehungs-, Bildungs- oder Sozialwissenschaften. Für die Studienfachberatung zählt meist das Fach der Fakultät. Für die Entgeltgruppe 13 ist ein Master, Diplom, Magister oder Staatsexamen nötig, ein Bachelor reicht dafür nicht.

Was verdient ein Studienberater?

An staatlichen Hochschulen wird nach TV-L bezahlt, für Beratungsstellen meist nach E 11 bis E 13. Das sind 4.178,35 € bis 6.764,69 € brutto im Monat (Stand 04/2026), je nach Entgeltgruppe und Stufe. Leitungen erreichen E 14 oder E 15. Private Hochschulen nennen in ihren Anzeigen in aller Regel kein Gehalt.

Warum steht bei privaten Hochschulen „Studienberatung und Vertrieb“?

Private Hochschulen finanzieren sich überwiegend über Studiengebühren, und ihre Studienberatung soll Studieninteressierte für das eigene Angebot gewinnen. In unserer Auswertung beschrieben 23 von 25 Anzeigen privater Hochschulen Vertriebs- oder Akquiseaufgaben. An staatlichen Hochschulen ist die Beratung dagegen eine neutrale, gesetzlich vorgeschriebene Aufgabe.

Was ist der Unterschied zwischen Studienberater, Studienfachberater und Studiengangskoordinator?

Der Studienberater arbeitet fachübergreifend, meist in der Zentralen Studienberatung. Der Studienfachberater berät zu einem bestimmten Studiengang in einer Fakultät. Der Studiengangskoordinator organisiert einen Studiengang mit Studienplänen, Modulhandbüchern und Akkreditierung und berät nur am Rande.