DaF-Lehrer an der Hochschule: Lektorat, Sprachenzentrum und Gehalt

Rund 300 DAAD-Lektoren unterrichten Deutsch an Hochschulen in aller Welt, und an den deutschen Universitäten heißt der DaF-Lehrer meist Lektor oder Lehrkraft für besondere Aufgaben. Hinter beiden Titeln steht derselbe Beruf: Deutsch als Fremdsprache lehren, vom Anfängerkurs bis zur Sprachprüfung für den Hochschulzugang. Dieser Beitrag erklärt die Arbeitgeber, die Vertragsformen, das Lehrdeputat und die Vergütung nach TV-L.

Veröffentlicht: 14.10.202617 min Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • DaF-Lehrer unterrichten Deutsch als Fremdsprache. An Hochschulen arbeiten sie als Lektoren oder Lehrkräfte für besondere Aufgaben nach § 56 HRG, an Sprachenzentren, Studienkollegs und Instituten für Germanistik.
  • Typische Aufgaben: Sprachkurse von A1 bis C1 und Fachsprachkurse halten, Studierende auf die DSH und den TestDaF vorbereiten und diese Prüfungen abnehmen, Lehrmaterial und Einstufungstests entwickeln, internationale Studierende beraten.
  • Voraussetzungen: abgeschlossenes Hochschulstudium, in aller Regel ein Master in Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache, ein Lehramt mit Deutsch oder Germanistik mit DaF-Zusatzqualifikation, dazu Unterrichtserfahrung.
  • Vertragsformen: unbefristete oder befristete Stelle als Lehrkraft für besondere Aufgaben, Lehrauftrag auf Honorarbasis, daneben DAAD-Lektorate im Ausland, Integrationskurse und private Sprachschulen.
  • Gehalt: an staatlichen Hochschulen nach TV-L, bei wissenschaftlichem Hochschulabschluss in aller Regel E 13 (4.759,37 € bis 6.764,69 €, Stand 04/2026). Lehraufträge und Integrationskurse werden je Unterrichtsstunde vergütet.
  • Besonderheit: Der Titel Lektor ist kein einheitlicher Status. In Berlin und Bremen bezeichnet er eine eigene Personalkategorie mit Forschungsanteil, in Österreich eine Teilzeitlehrkraft nach Kollektivvertrag.

Was ist ein DaF-Lehrer?

Ein DaF-Lehrer unterrichtet Deutsch als Fremdsprache, also Deutsch für Menschen, die es nicht als Muttersprache erworben haben. Das Fach unterscheidet zwei Lernsituationen: Deutsch als Fremdsprache (DaF) wird außerhalb des deutschen Sprachraums oder für einen begrenzten Aufenthalt gelernt, etwa für ein Studium, Deutsch als Zweitsprache (DaZ) im deutschsprachigen Alltag von Zugewanderten, etwa in Schule und Integrationskurs. In der Berufspraxis verschwimmen die Grenzen, die Studiengänge heißen meist DaF/DaZ, und die Lehrkräfte wechseln zwischen beiden Feldern. Die Berufsbezeichnungen sind entsprechend vielfältig: DaF-Lehrer, DaF-Dozent, Sprachlehrkraft, DaZ-Lehrkraft, an Hochschulen Lektor oder Sprachlektor.

An den deutschen Hochschulen gehört der DaF-Lehrer zu den Lehrkräften für besondere Aufgaben. § 56 des Hochschulrahmengesetzes beschreibt diese Gruppe als hauptberuflich Lehrende, denen die Vermittlung praktischer Fertigkeiten und Kenntnisse übertragen wird, die nicht die Einstellungsvoraussetzungen für Hochschullehrer erfordert. Die Landesgesetze übernehmen das, Nordrhein-Westfalen etwa in § 42 des Hochschulgesetzes: Lehrkräfte für besondere Aufgaben werden ausschließlich oder überwiegend in der Lehre beschäftigt. Sprachunterricht ist der klassische Anwendungsfall, und deshalb heißen diese Stellen an Sprachenzentren und Philologien seit Jahrzehnten Lektorate. Wo der Beruf im Gefüge der Hochschule steht, zeigt unser Überblick über die Berufe an der Universität.

Auffällig ist, dass derselbe Titel in verschiedenen Rechtsordnungen ganz Verschiedenes bezeichnet. Wer eine Ausschreibung liest, sollte deshalb auf die Rechtsgrundlage achten, nicht auf das Wort:

BezeichnungRechtsgrundlageWas dahintersteht
Sprachlektor, DaF-LektorLfbA nach § 56 HRG und LandesrechtLehrstelle ohne Forschungsanteil, oft unbefristet, E 13 bei wissenschaftlichem Abschluss
Lektor (Berlin)§ 110a BerlHG seit 04.02.2026eigene Kategorie mit Forschung oder Lehre als Schwerpunkt, Promotion in der Regel, Zusage einer Dauerstelle
Lektor (Bremen)Bremisches HochschulgesetzLehre und Forschung neben der Professur, Promotion in der Regel, 12 LVS
Lektor (Österreich)§ 29 KollektivvertragTeilzeitkraft nur für Lehre, Vertrag in Semestern, Entgelt je Semesterstunde

Berlin: Drittes Gesetz zur Fortschreibung des Berliner Hochschulrechts vom 21.01.2026 (GVBl. S. 23). Bremen nach der Darstellung der Universität Bremen. Österreich: Kollektivvertrag der Universitäten, Fassung 2026/27. Quelle: akademische-jobs.de.

Berlin hat mit dem neuen § 110a des Berliner Hochschulgesetzes (PDF-Seite 5) Anfang 2026 eine Personalkategorie geschaffen, die Lektoren in Researcher mit Schwerpunkt Forschung und Lecturer mit Schwerpunkt Lehre unterteilt und ihnen in aller Regel schon bei der Einstellung ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis zusagt. Mit dem Sprachlektorat hat das wenig zu tun, dieselbe Novelle streicht das Wort Lektoren sogar aus der Berliner Verordnung über Lehrkräfte für besondere Aufgaben. Die Universität Bremen beschreibt ihre Lektoren als Karriereweg neben der Professur mit Lehre und Forschung, dem Dekanat zugeordnet und mit zwölf Lehrveranstaltungsstunden (LVS) bei Vollzeit, also zwölf Unterrichtsstunden je Woche in der Vorlesungszeit. Für DaF-Lehrer bleibt der Normalfall an deutschen Hochschulen die Lehrkraft für besondere Aufgaben.

Bei welchen Arbeitgebern arbeiten DaF-Lehrer?

Der Arbeitsmarkt für Deutsch als Fremdsprache reicht weit über die Hochschule hinaus, und die Vertragsformen unterscheiden sich von Arbeitgeber zu Arbeitgeber grundlegend:

ArbeitgeberVertragsformVergütungslogik
Hochschule (Sprachenzentrum, Germanistik)LfbA, Lehrauftrag, HilfskraftTV-L, meist E 13, Lehrauftrag je Stunde
StudienkollegLehrkraft, HonorarkraftTV-L oder Landesbesoldung, Honorar
DAAD-Lektorat (Ausland)Vertrag mit der Gasthochschule, 2 bis 5 JahreOrtsgehalt plus DAAD-Leistungen
OeAD-Lektorat (Ausland, Österreich)Förderung über GasthochschuleDotierung nach Programm
Integrationskurs (BAMF)meist Honorar, Zulassung nach § 15 IntVHonoraruntergrenze 42,23 € je Unterrichtseinheit
Goethe-Institut, SprachschulenAnstellung oder Honorarje Anbieter

Honoraruntergrenze nach Bundestagsdrucksache 21/3404, Stand 12/2025. DAAD-Konditionen nach der Ausschreibung der Regellektorate 2026/27. Quelle: akademische-jobs.de.

An der Hochschule konzentriert sich der DaF-Unterricht auf die Sprachenzentren, die internationale Studierende und Austauschstudenten versorgen, und auf die Institute für Germanistik oder Deutsch als Fremdsprache, die das Fach lehren und erforschen. Dazu kommen die Studienkollegs, die ausländische Studienbewerber ohne direkte Hochschulzugangsberechtigung auf die Feststellungsprüfung vorbereiten. Welche Prüfungen am Ende stehen, regelt die Rahmenordnung über deutsche Sprachprüfungen für das deutschsprachige Studium von Hochschulrektorenkonferenz und Kultusministerkonferenz (PDF-Seite 4): die Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH), die die Hochschulen und Studienkollegs selbst abnehmen, den TestDaF, der weltweit in Testzentren abgelegt wird, den Prüfungsteil Deutsch der Feststellungsprüfung und das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz. Für die DSH erlässt jede Hochschule eine eigene Prüfungsordnung, die von der Hochschulrektorenkonferenz zusammen mit dem Fachverband für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache registriert wird. Wer an einem Sprachenzentrum arbeitet, ist damit zugleich Prüfer in einem bundesweit abgestimmten System.

Das DAAD-Lektorenprogramm ist der bekannteste Weg ins Ausland. Nach Angaben des Deutschen Akademischen Austauschdienstes umfasst das Netzwerk rund 300 DAAD-Lektoren weltweit, die an ausländischen Hochschulen Deutsch, Landeskunde und wissenschaftliches Arbeiten unterrichten, Prüfungen abnehmen, Studieninteressierte beraten und Kulturprojekte organisieren. Die Lektorate werden jährlich ausgeschrieben, beginnen im September und dauern mindestens zwei und höchstens fünf Jahre. Den Vertrag schließt die Gasthochschule, der DAAD ergänzt das Ortsgehalt durch eigene Leistungen. Verlangt wird in der Regel ein Abschluss in Deutsch als Fremdsprache oder in Germanistik mit DaF-Zusatzqualifikation sowie Lehrerfahrung. Österreich betreibt mit dem OeAD-Lektoratsprogramm ein Pendant mit über 80 Standorten in 30 Ländern.

Der zahlenmäßig größte Arbeitsmarkt liegt außerhalb der Hochschule: in den Integrationskursen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, in den Instituten des Goethe-Instituts, an privaten Sprachschulen und an Schulen, die DaZ-Lehrkräfte einstellen. Wer in Integrationskursen unterrichten will, braucht nach § 15 der Integrationskursverordnung eine Zulassung des Bundesamtes, die ein abgeschlossenes Studium in Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache oder eine vom Bundesamt anerkannte gleichwertige Qualifikation voraussetzt. Die meisten dieser Lehrkräfte arbeiten auf Honorarbasis. Nach einer Bundestagsdrucksache vom Dezember 2025 (PDF-Seite 1) liegt die Honoraruntergrenze seit dem 1. August 2022 unverändert bei 42,23 € je Unterrichtseinheit von 45 Minuten, und laut der dort zitierten Evaluation arbeiteten 93,9 % der Honorarlehrkräfte genau an dieser Untergrenze. Dieser Markt ist der Grund, warum viele DaF-Absolventen eine Hochschulstelle anstreben: Sie ist tariflich vergütet und sozialversichert.

Welche Aufgaben hat ein DaF-Lehrer an der Hochschule?

Fünf Aufgabenblöcke prägen die Arbeit an Sprachenzentren und Studienkollegs, und sie gehen deutlich über das Halten von Sprachkursen hinaus:

Sprachkurse von A1 bis C1 und Fachsprache unterrichten

Der Kern des Berufs ist der Unterricht selbst, in Semesterkursen, Intensivkursen vor Semesterbeginn und Sommerkursen für Austauschstudenten. Die Niveaustufen reichen vom Anfängerkurs für ausländische Doktoranden bis zur Wissenschaftssprache für Studierende, die auf Deutsch Hausarbeiten schreiben müssen. Hinzu kommen Fachsprachkurse für einzelne Fakultäten, etwa Deutsch für Mediziner oder Ingenieure, und Kurse zum wissenschaftlichen Schreiben. Anders als an Sprachschulen sind die Gruppen akademisch homogen und das Ziel ist klar: Studierfähigkeit in deutscher Sprache.

DSH und TestDaF vorbereiten und prüfen

Die Sprachenzentren bereiten auf die Prüfungen vor, die über den Hochschulzugang entscheiden, und nehmen die DSH selbst ab. Die Rahmenordnung von HRK und KMK legt die Struktur fest: eine schriftliche Prüfung mit Hörverstehen, Leseverstehen einschließlich wissenschaftssprachlicher Strukturen und Textproduktion sowie eine mündliche Prüfung, ausgewiesen in den Stufen DSH-1 bis DSH-3. Ein DaF-Lehrer entwirft Prüfungsaufgaben, bewertet nach den Kriterien der örtlichen Prüfungsordnung und sitzt in der mündlichen Prüfung. Diese Prüfertätigkeit ist Teil des Lehrdeputats und zugleich die verantwortungsvollste Aufgabe des Berufs, weil von ihr die Zulassung zum Studium abhängt.

Deutsch am Studienkolleg

Studienkollegs führen ausländische Bewerber in ein bis zwei Semestern zur Feststellungsprüfung, deren Prüfungsteil Deutsch nach der Rahmenordnung als Nachweis der sprachlichen Studierfähigkeit gilt. Der Deutschunterricht ist dort an den Fachschwerpunkten der Kollegiaten ausgerichtet, etwa Technik, Wirtschaft oder Medizin, und verbindet Sprache mit den Textsorten des Studiums. Die Stellen laufen je nach Träger als Lehrkraft nach TV-L, wie eine Ausschreibung des internationalen Studienkollegs der TU Berlin nach E 13 zeigt, oder als Honorarkraft wie an privaten Studienkollegs.

Einstufung, Curriculum und Lehrmaterial

Bevor ein Kurs beginnt, muss jeder Teilnehmer eingestuft werden, und das Sprachenzentrum braucht dafür Einstufungstests, die es in aller Regel selbst entwickelt und pflegt. Dazu kommen Kurskonzepte, Lernplattformen, Selbstlernzentren und die laufende Überarbeitung von Lehrmaterial. In den Ausschreibungen der Universitäten taucht genau das auf: Die Philipps-Universität Marburg suchte für ihr Sprachenzentrum Unterstützung bei der Überarbeitung von Testaufgaben und der Erstellung von Kurskonzepten für den DaF-Unterricht. Wer diese Arbeit übernimmt, prägt den Unterricht aller Kollegen.

Internationale Studierende beraten, Selbstverwaltung mittragen

DaF-Lehrer sind für viele internationale Studierende die erste deutsche Ansprechperson an der Hochschule. Sie beraten zu Sprachnachweisen und Kursfolgen, arbeiten mit dem International Office zusammen und betreuen Austauschprogramme. An den Instituten für Deutsch als Fremdsprache kommen Lehrveranstaltungen in der Lehrerbildung, die Betreuung von Abschlussarbeiten und Gremienarbeit hinzu, wie eine Ausschreibung der Universität Augsburg mit 14 Semesterwochenstunden Lehre in der Didaktik des Deutschen als Zweitsprache zeigt.

Wie wird man DaF-Lehrer?

Der Weg in den Beruf führt über ein Studium, und für die Hochschule gibt es davon keine Ausnahme.

Studium und Zusatzqualifikation

Drei Wege sind üblich. Der direkteste ist ein Masterstudium Deutsch als Fremd- und Zweitsprache, das an zahlreichen Universitäten und Pädagogischen Hochschulen angeboten wird und Sprachwissenschaft, Didaktik, Methodik und Unterrichtspraktika verbindet. Der zweite Weg ist ein Lehramtsstudium mit dem Fach Deutsch, ergänzt um DaZ-Module, das vor allem Schulen und Studienkollegs öffnet. Der dritte Weg ist ein Studium der Germanistik oder einer anderen Philologie mit einer DaF-Zusatzqualifikation, etwa einem Zertifikatsstudium oder einem weiterbildenden Master. Welcher Weg gewählt wird, entscheidet über die Einstellung weniger als die Unterrichtserfahrung: Hochschulen verlangen in ihren Ausschreibungen in aller Regel Lehrerfahrung in der Erwachsenenbildung, die über Lehraufträge, Hilfskraftstellen an Sprachenzentren oder Praktika erworben wird.

Für die Stelle als Lehrkraft für besondere Aufgaben ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium Einstellungsvoraussetzung, für die Eingruppierung in E 13 ein wissenschaftlicher Abschluss, also Master, Magister, Diplom oder Staatsexamen. Einzelne Stellen verlangen mehr: Die Universität Augsburg schrieb eine Stelle in der DaZ-Didaktik wahlweise als Akademischer Rat auf Lebenszeit oder als Lehrkraft für besondere Aufgaben aus und setzte dafür ein mit „sehr gut“ abgeschlossenes Studium, eine Promotion oder das zweite Staatsexamen und zwei Jahre einschlägige Tätigkeit voraus. Für das DAAD-Lektorat gilt nach der Ausschreibung 2026/27 ein Abschluss in Deutsch als Fremdsprache oder in Germanistik mit DaF-Zusatzqualifikation als Regelvoraussetzung, alternativ ein geistes- oder sozialwissenschaftlicher Abschluss mit einschlägiger DaF-Erfahrung.

Geht es auch ohne Studium?

An der Hochschule nicht. Lehraufträge und Lektorate setzen ein abgeschlossenes Studium voraus, und auch die Integrationskurse des Bundesamtes verlangen nach § 15 Abs. 1 IntV ein Studium in Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache oder eine vom Bundesamt anerkannte gleichwertige Qualifikation, Deutschkenntnisse mindestens auf dem Niveau C1 und die persönliche Eignung. Wer ein anderes Fach studiert hat, kann die Zulassung über eine vom Bundesamt anerkannte Zusatzqualifizierung erreichen. Ohne jedes Studium bleiben private Sprachschulen und Onlineanbieter, die ihre Anforderungen selbst setzen. Für die Perspektive auf eine tariflich vergütete Stelle führt an einem Studium kein Weg vorbei.

Welche Soft Skills werden benötigt?

Soft Skills sind die überfachlichen Fähigkeiten, die neben Studium und Methodik über guten Unterricht entscheiden. Im Hochschulkontext zählen vor allem:

  • Interkulturelle Kompetenz im Umgang mit heterogenen Lerngruppen
  • Geduld und eine konstruktive Fehlerkultur
  • Organisationstalent für Kurse, Prüfungen und Einstufungen
  • Sprachbewusstheit und Erklärfähigkeit
  • Teamfähigkeit im Kollegium des Sprachenzentrums
  • Flexibilität im Semesterrhythmus mit Intensivphasen

Die vier wichtigsten im Detail:

Interkulturelle Kompetenz

In einem DaF-Kurs an einer Universität sitzen Studierende aus einem Dutzend Ländern mit unterschiedlichen Lerntraditionen, Erwartungen an Lehrende und Vorstellungen davon, was ein Fehler ist. Wer das als Reichtum begreift und seinen Unterricht darauf einstellt, statt eine Methode für alle durchzusetzen, erreicht die Gruppe. Dazu gehört auch, kulturelle Themen so zu vermitteln, dass sie den Zugang zum deutschen Hochschulalltag erleichtern.

Sprachbewusstheit und Erklärfähigkeit

Muttersprachler wissen, dass es „auf dem Tisch“, aber „in der Schublade“ heißt, können es aber selten erklären. Ein DaF-Lehrer muss die Regel kennen, sie in verständliche Schritte zerlegen und mit Beispielen so belegen, dass Lernende sie selbst anwenden können. Diese Fähigkeit, die eigene Sprache von außen zu sehen, ist das eigentliche Fachwissen des Berufs, und sie unterscheidet die ausgebildete Lehrkraft vom bloßen Muttersprachler.

Organisationstalent

Ein Sprachenzentrum verwaltet pro Semester Hunderte Teilnehmer in gestaffelten Niveaustufen, dazu Einstufungstests, Prüfungstermine, Zeugnisse und Raumpläne. Lehrkräfte für besondere Aufgaben übernehmen davon einen erheblichen Teil, und die Dekanate übertragen ihnen nach den Landesgesetzen ausdrücklich weitere Dienstleistungen. Wer Fristen zuverlässig hält und Abläufe mitgestaltet, wird schnell zur Stütze des Zentrums.

Flexibilität

Der akademische Kalender verteilt die Arbeit ungleich: Intensivkurse vor Semesterbeginn, Prüfungswochen am Semesterende, Sommerkurse in der vorlesungsfreien Zeit und dazwischen Phasen für Materialentwicklung. Wer als Lehrkraft für besondere Aufgaben ein Deputat von bis zu 17 Stunden in der Woche trägt, braucht in der Vorlesungszeit eine robuste Zeitplanung und in den Ferien die Disziplin, Prüfungen und Konzepte vorzubereiten.

Welche Vertragsformen und Lehrdeputate gibt es?

An der Hochschule begegnen DaF-Lehrern drei Vertragsformen, und die Unterschiede sind größer als die Bezeichnungen vermuten lassen.

Die Lehrkraft für besondere Aufgaben ist eine tarifliche Stelle nach TV-L, unbefristet oder befristet, in Vollzeit oder Teilzeit. Sie ist der Normalfall an Sprachenzentren und Philologien. In den Ausschreibungen auf akademische-jobs.de waren zum Stichtag 12.10.2026 von 24 Stellen als Lehrkraft für besondere Aufgaben an 21 deutschen Hochschulen 12 unbefristet und 9 befristet, 6 davon Sprachstellen für Englisch und Spanisch. Der Lehrauftrag ist dagegen kein Arbeitsvertrag, sondern ein semesterweise erteilter Auftrag für einzelne Kurse, vergütet je Lehrveranstaltungsstunde und ohne Sozialversicherung über die Hochschule. Wie er funktioniert, erklärt unser Ratgeber zum Lehrbeauftragten. Private Hochschulen und Studienkollegs schreiben DaF-Unterricht häufig als freiberufliche Tätigkeit aus, die University of Europe for Applied Sciences etwa suchte freiberufliche Lehrkräfte für Deutsch als Fremdsprache mit Präsenzunterricht. Als dritte Form arbeiten Studierende als Hilfskräfte an Sprachenzentren mit, etwa in Selbstlernzentren und bei der Testentwicklung.

Wie viel eine Lehrkraft für besondere Aufgaben unterrichtet, legen die Lehrverpflichtungsverordnungen der Länder fest, und zwar deutlich höher als für Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter:

RegelungLehrkräfte für besondere AufgabenZum Vergleich
Nordrhein-Westfalen, LVV § 313 bis 17 LVS an UniversitätenUniversitätsprofessur 9 LVS
Bayern, AVBayHIG § 313 bis 18 LVSUniversitätsprofessur 9 LVS
Berlin, LVVO § 5 n. F.Lecturer nach § 110a BerlHG 12 LVSResearcher 8 LVS
Ausschreibungen (DB, 10/2026)FU Berlin 16 LVS, Uni Kiel 8 LVS bei 50 %, HS Mittweida bis 24 SWSSpanne 6 bis 24 in 16 Anzeigen

LVS = Lehrveranstaltungsstunden je Woche in der Vorlesungszeit. Quellen: Lehrverpflichtungsverordnung NRW (Fassung 04.08.2026), AVBayHIG (Fassung 2023), Lehrverpflichtungsverordnung Berlin in der Fassung des Gesetzes vom 21.01.2026, Ausschreibungen auf akademische-jobs.de, Stichtag 12.10.2026.

Nordrhein-Westfalen sieht in § 3 der Lehrverpflichtungsverordnung für Lehrkräfte für besondere Aufgaben an Universitäten 13 bis 17 Lehrveranstaltungsstunden vor, je nach weiteren Dienstaufgaben, Bayern in § 3 der Ausführungsverordnung zum Hochschulinnovationsgesetz 13 bis 18. Berlin legt die Lehrverpflichtung seiner neuen Lecturer in der geänderten Lehrverpflichtungsverordnung (PDF-Seite 6) auf 12 Stunden fest. Zum Vergleich: Eine Universitätsprofessur in Nordrhein-Westfalen trägt 9 Stunden, eine befristete Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Regel 4. Die Ausschreibungen bestätigen die Spanne: Die Freie Universität Berlin nannte für eine unbefristete Lehrkraft für besondere Aufgaben 16 Lehrveranstaltungsstunden, die Universität Kiel für eine halbe Stelle 8, die Hochschule Mittweida als Hochschule für angewandte Wissenschaften, also als Fachhochschule, bis zu 24 Semesterwochenstunden.

Wie hoch ist das Gehalt eines DaF-Lehrers?

An staatlichen Hochschulen wird nach dem TV-L vergütet. Lehrkräfte für besondere Aufgaben werden nach den allgemeinen Tätigkeitsmerkmalen der Entgeltordnung eingruppiert, und dort heißt es in Teil I zur Entgeltgruppe 13 (PDF-Seite 10): Beschäftigte mit abgeschlossener wissenschaftlicher Hochschulbildung und entsprechender Tätigkeit. Für Lektoren mit Master, Magister oder Staatsexamen ist E 13 deshalb der Regelfall, während Stellen an Hochschulen für angewandte Wissenschaften oder mit Bachelor-Anforderung niedriger ausgeschrieben werden:

EntgeltgruppeWann sie greiftStufe 1Stufe 6
E 13wissenschaftlicher Hochschulabschluss und entsprechende Tätigkeit4.759,37 €6.764,69 €
E 12Bachelor oder Fachhochschulabschluss mit besonders schwierigen Aufgaben4.310,90 €6.626,54 €
E 11Bachelor oder Fachhochschulabschluss, in Ausschreibungen von HAW4.178,35 €6.050,95 €

Monatliche Grundentgelte ab 01.04.2026. Eingruppierungsmerkmale vereinfacht nach der Entgeltordnung zum TV-L, Teil I. Quelle: Tarifgemeinschaft deutscher Länder, Anlage B zum TV-L (Tabelle des Landesamtes für Steuern und Finanzen Sachsen).

DaF-Lehrer an der Hochschule: Monatsentgelt von Stufe 1 bis Stufe 6

E 13 (wissenschaftlicher Abschluss, Regelfall) 4.759–6.765 €

E 12 (Bachelor mit besonders schwierigen Aufgaben) 4.311–6.627 €

E 11 (Bachelor, Ausschreibungen von HAW) 4.178–6.051 €

4.0005.0006.0007.000

Angaben in € brutto im Monat, gerundet (Stand 04/2026)

Quelle: TdL-Entgelttabelle TV-L (Stand 01.04.2026), auf ganze € gerundet.

In den Ausschreibungen auf akademische-jobs.de ist das Bild eindeutig: Von 24 Stellen als Lehrkraft für besondere Aufgaben zum Stichtag 12.10.2026 nannten 19 die Entgeltgruppe 13, zwei die E 11, eine die E 10 und eine die Besoldungsgruppe A 13. Die Stufen bilden die Berufserfahrung ab: Der Einstieg erfolgt in Stufe 1, die Stufe 6 ist nach insgesamt 15 Jahren in derselben Entgeltgruppe erreicht, und einschlägige Vorzeiten aus anderen Hochschulstellen werden bei der Einstellung angerechnet. Hinzu kommen Jahressonderzahlung und die Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes. Was die Entgeltgruppe im Detail bedeutet, erklärt unser Ratgeber zur Entgeltgruppe 13.

Außerhalb der Stelle wird je Stunde gerechnet. Lehraufträge vergüten die Hochschulen nach Sätzen, die Land und Hochschule festlegen, je Lehrveranstaltungsstunde und einschließlich Vor- und Nachbereitung. In Integrationskursen gilt die Honoraruntergrenze des Bundesamtes von 42,23 € je Unterrichtseinheit. Für das DAAD-Lektorat zahlt die Gasthochschule das ortsübliche Gehalt, der DAAD ergänzt es nach den Bedingungen des Programms. In Österreich erhalten Lektoren nach dem Kollektivvertrag ein Entgelt je Semesterstunde, dazu mehr in der Länderkarte unten.

Was gilt in Österreich und der Schweiz?

In beiden Nachbarländern ist der Lektor eine andere Figur als in Deutschland, und die Schweiz kennt die Bezeichnung als Personalkategorie gar nicht.

Österreich

  • An den österreichischen Universitäten ist der Lektor eine Verwendungsgruppe des Kollektivvertrags. Nach § 29 des Kollektivvertrags (PDF-Seite 23) sind Lektoren teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer, die ausschließlich Lehraufgaben wahrnehmen. Befristete Verträge laufen über sechs Monate oder ein Vielfaches davon, das Arbeitsausmaß wird nach Semesterstunden vereinbart, eine Semesterstunde umfasst im Durchschnitt 15 Einheiten zu 45 Minuten.
  • Vergütet wird je Semesterstunde: Lektoren stehen nach § 48 des Kollektivvertrags (PDF-Seite 34) in der Gehaltsgruppe B 2, deren monatlicher Bruttobezug nach § 49 Abs. 4 (PDF-Seite 35) je Semesterstunde wissenschaftlicher Lehre 7,7 % des Grundbezugs der Gruppe B 1 beträgt. Bei 3.776,10 € Grundbezug seit dem 1. Januar 2026 sind das 290,76 € im Monat je Semesterstunde, nach drei Jahren mit der höheren Basis von 4.476,50 € rund 345 €.
  • Wer nebenberuflich höchstens vier Semesterstunden lehrt und anderweitig voll sozialversichert ist, steht nach § 100 Abs. 4 und 5 UG in einem freien Dienstverhältnis. Das Pendant zum DAAD ist das OeAD-Lektoratsprogramm mit über 80 Standorten in 30 Ländern.

Schweiz

  • Die Schweiz kennt keine Personalkategorie Lektor. Deutsch als Fremdsprache wird an den Sprachenzentren der Hochschulen unterrichtet, die ihre Lehrenden als Dozierende oder Lehrbeauftragte anstellen, nach dem jeweiligen kantonalen Personalrecht und den Regelungen der Hochschule.
  • Universität Zürich und ETH Zürich: Das gemeinsame Sprachenzentrum beider Hochschulen bietet Deutsch als Fremdsprache und Schweizerdeutsch an, neben 15 weiteren Sprachen. Die Verbindung aus Hochdeutsch und Mundart ist die Besonderheit des DaF-Unterrichts in der Deutschschweiz.
  • In unserer Datenbank stammen die Schweizer DaF- und DaZ-Ausschreibungen zum Stichtag von Pädagogischen Hochschulen, etwa eine Stelle als Advanced Lecturer für Sprachförderung, Mehrsprachigkeit und DaZ an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik Zürich.

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Aktuelle Stellen für DaF-Lehrer

Auf akademische-jobs.de finden Sie die Ausschreibungen für Deutsch als Fremdsprache an Universitäten, Hochschulen und Studienkollegs in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie laufen in den Bereichen Deutsch als Fremdsprache und Dozent und Lehrkraft zusammen:

Aktuelle Stellen für Deutsch als Fremdsprache

Aktuell 7 offene Stellen für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache auf akademische-jobs.de.

Weil DaF-Lektorate an deutschen Hochschulen als Lehrkraft für besondere Aufgaben ausgeschrieben werden, lohnt sich zusätzlich der Blick auf alle Stellen dieser Kategorie, von Fachsprache Englisch bis Mathematik:

Aktuelle Stellen als Lehrkraft für besondere Aufgaben

Aktuell 21 offene Stellen als Lehrkraft für besondere Aufgaben auf akademische-jobs.de.

Welche Perspektiven hat ein DaF-Lehrer?

Die wichtigste Perspektive an der Hochschule ist die Dauerstelle. Anders als wissenschaftliche Mitarbeiter werden Lehrkräfte für besondere Aufgaben nicht für eine Qualifizierungsphase eingestellt, sondern für eine dauerhafte Lehraufgabe, und die Hochschulen schreiben einen erheblichen Teil dieser Stellen unbefristet aus, in unserer Auswertung die Hälfte. Wer eine solche Stelle hat, kann innerhalb des Sprachenzentrums in die Koordination der DSH, die Leitung des Bereichs Deutsch oder die Leitung des gesamten Zentrums aufsteigen. Ein zweiter Weg führt über das DAAD-Lektorat ins Ausland und nach zwei bis fünf Jahren mit internationaler Erfahrung zurück an eine deutsche Hochschule oder zum DAAD selbst.

Wer forschen will, braucht die Promotion. Sie öffnet die Stellen als wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Instituten für Deutsch als Fremdsprache und am Ende die Professur, wie die Ausschreibung einer Professur für Deutsch als Zweitsprache und sprachliche Bildung an der Pädagogischen Hochschule Steiermark zeigt. Daneben entstehen Stellen in der Testentwicklung, etwa bei der Gesellschaft für Akademische Studienvorbereitung und Testentwicklung, die den TestDaF verantwortet und Ende 2023 über 626 Testzentren in 101 Ländern verfügte, sowie in Verlagen und in der Lehrerfortbildung. Wer lieber unterrichtet als forscht, findet in der Lehre selbst eine tragfähige Laufbahn, die es in dieser Form in kaum einem anderen Fach gibt.

Fazit

DaF-Lehrer an der Hochschule unterrichten unter wechselnden Titeln, aber mit einem klaren Profil: Sie bringen internationale Studierende zur sprachlichen Studierfähigkeit, prüfen sie an der Schwelle zum Studium und tragen mit Deputaten von 13 bis 18 Stunden die Lehre der Sprachenzentren. Die Stelle als Lehrkraft für besondere Aufgaben nach TV-L E 13 ist dabei die stabilste Form, die der Beruf kennt, weit vor Lehrauftrag und Integrationskurs. Wer den Beruf im Ausland ausüben möchte, findet im DAAD-Lektorat einen bewährten Weg. Den nebenamtlichen Zugang über einzelne Kurse beschreibt unser Ratgeber zum Lehrbeauftragten. Wir hoffen, dass wir Ihnen damit weiterhelfen konnten!

FAQ: Häufige Fragen zum DaF-Lehrer

Was ist der Unterschied zwischen DaF und DaZ?

Deutsch als Fremdsprache wird außerhalb des deutschen Sprachraums oder für einen begrenzten Zweck wie das Studium gelernt, Deutsch als Zweitsprache im deutschsprachigen Alltag, etwa von Zugewanderten in Schule und Integrationskurs. Die Didaktik überschneidet sich stark, die Studiengänge heißen meist DaF/DaZ, und viele Lehrkräfte arbeiten in beiden Feldern.

Lektor oder Lehrkraft für besondere Aufgaben: Was ist richtig?

Beides. Lektor ist die traditionelle Bezeichnung für Sprachlehrende an Hochschulen, die rechtliche Kategorie dahinter ist in den meisten Ländern die Lehrkraft für besondere Aufgaben nach § 56 HRG und Landesrecht. Nur Berlin und Bremen kennen den Lektor als eigene Personalkategorie mit Forschungsanteil, in Österreich bezeichnet er eine Teilzeitlehrkraft nach Kollektivvertrag.

Kann ich ohne Studium DaF unterrichten?

An Hochschulen und in Integrationskursen nicht. Die Hochschulen setzen ein abgeschlossenes Studium voraus, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge verlangt nach § 15 IntV ein Studium in Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache oder eine anerkannte gleichwertige Qualifikation. Private Sprachschulen und Onlineanbieter legen ihre Anforderungen selbst fest.

Wie viele Stunden unterrichtet ein Lektor pro Woche?

Das regeln die Lehrverpflichtungsverordnungen der Länder: in Nordrhein-Westfalen 13 bis 17 Lehrveranstaltungsstunden an Universitäten, in Bayern 13 bis 18 und in Berlin für die neuen Lecturer 12. Die Ausschreibungen in unserer Datenbank nannten zwischen 6 und 24 Stunden, abhängig von Stellenumfang und Hochschultyp.

Was ist die DSH?

Die Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang. Hochschulen und Studienkollegs nehmen sie nach einer eigenen, bei der Hochschulrektorenkonferenz registrierten Prüfungsordnung ab. Sie besteht aus Hörverstehen, Leseverstehen, Textproduktion und einer mündlichen Prüfung und wird in den Stufen DSH-1 bis DSH-3 ausgewiesen. Ab DSH-2 gilt die sprachliche Studierfähigkeit für alle Studiengänge als nachgewiesen.