Berufe an der Universität: alle Berufsbilder im Überblick

An den Hochschulen und Hochschulkliniken in Deutschland arbeiteten Ende 2024 rund 805.700 Menschen, nur gut die Hälfte davon in Wissenschaft und Kunst. Neben Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern beschäftigen Universitäten Ärzte, Laboranten, Techniker, IT-Spezialisten, Verwaltungsfachleute und viele weitere Berufe. Dieser Überblick stellt die wichtigsten Berufsbilder an Universität und Universitätsklinik vor, jeweils mit Aufgaben, Qualifikation und Vergütungssystem.

Veröffentlicht: 12.07.202614 min Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Ende 2024 arbeiteten rund 805.700 Menschen an den deutschen Hochschulen und Hochschulkliniken: etwa 426.200 im wissenschaftlichen und künstlerischen Bereich, etwa 379.500 in Verwaltung, Bibliothek, technischem Dienst und Pflege (Destatis).
  • Nur rund 52.100 dieser Beschäftigten sind Professoren. Die Universität ist damit vor allem ein Arbeitgeber für Berufe jenseits des Katheders.
  • Der wissenschaftliche Karriereweg führt in aller Regel von der studentischen Hilfskraft über Promotion und Postdoc-Phase zur Professur, mit Stationen wie Juniorprofessur oder Nachwuchsgruppenleitung.
  • Die Universitätsklinik ist eine eigene Berufswelt: von der Ärzte-Karriereleiter (Assistenzarzt, Facharzt, Oberarzt, Chefarzt) über Study Nurses bis zu Medizinischen Technologen.
  • Vergütet wird je nach Beruf nach drei Systemen: W-Besoldung für Professoren, TV-L für Tarifbeschäftigte und TV-Ärzte/TdL für Ärzte an Universitätskliniken.
  • Zum Stichtag 12.07.2026 waren auf akademische-jobs.de 4.844 Stellen an über 520 Hochschulen und Universitätskliniken ausgeschrieben, quer durch alle hier vorgestellten Berufsfelder.

Wer arbeitet an einer Universität?

Wer an die Universität denkt, denkt an Professoren im Hörsaal. Die Statistik zeichnet ein anderes Bild. Nach der Hochschulpersonalstatistik des Statistischen Bundesamtes waren Ende 2024 rund 805.700 Menschen an den deutschen Hochschulen und Hochschulkliniken beschäftigt. Davon entfielen etwa 426.200 auf den wissenschaftlichen und künstlerischen Bereich, darunter rund 52.100 Professoren. Etwa 379.500 Beschäftigte arbeiteten dagegen in Verwaltung, Bibliothek, technischem Dienst und Pflege. Fast jeder zweite Hochschulbeschäftigte übt also einen Beruf aus, der mit Forschung und Lehre allenfalls mittelbar zu tun hat.

Dasselbe Muster zeigt sich in unserer eigenen Datenbank. Wir haben alle 4.844 Stellenausschreibungen ausgewertet, die zum Stichtag 12.07.2026 auf akademische-jobs.de aktiv waren (über 520 Hochschulen und Universitätskliniken in Deutschland, Österreich und der Schweiz). Neben rund 430 Professuren-Ausschreibungen und einem breiten wissenschaftlichen Mittelbau suchten die Hochschulen unter anderem rund 250 Ärzte, rund 120 IT-Fachleute, rund 110 Sekretariats- und Assistenzkräfte sowie Laboranten, Elektroniker, Gärtner, Bibliothekare und Justiziare. Im Folgenden erhalten Sie eine Liste der wichtigsten Berufsbilder, gegliedert in acht Berufsfelder.

Als akademische Berufe bezeichnet man üblicherweise Berufe, die ein abgeschlossenes Hochschulstudium voraussetzen, an der Universität etwa Professor, wissenschaftlicher Mitarbeiter, Arzt, Justiziar oder wissenschaftlicher Bibliothekar. Die Universität selbst beschäftigt allerdings weit mehr als akademische Berufe: Ein großer Teil der Stellen richtet sich an Bewerber mit dualer oder schulischer Ausbildung, vom Chemielaboranten bis zur Verwaltungsfachkraft. Diese Liste führt deshalb bewusst beide Welten auf.

Für die Einordnung hilft ein Blick auf die Beschäftigungsformen. An deutschen Universitäten arbeiten Beamte (vor allem Professoren, daneben etwa Akademische Räte und Teile der Verwaltung) und Tarifbeschäftigte. Professoren werden nach der W-Besoldung bezahlt, Tarifbeschäftigte der Landeshochschulen in aller Regel nach dem Tarifvertrag der Länder (TV-L). Für Ärzte an Universitätskliniken gilt üblicherweise ein eigenes Tarifwerk, der TV-Ärzte/TdL. Welche Entgeltgruppe im Einzelfall greift, hängt von Aufgabe und Qualifikation ab.

Zwischen den Hochschularten gibt es dabei Unterschiede. Universitäten unterhalten einen großen forschenden Mittelbau und besitzen das Promotionsrecht. Fachhochschulen beziehungsweise Hochschulen für angewandte Wissenschaften beschäftigen deutlich weniger wissenschaftliche Mitarbeiter, ihre Professuren setzen dafür mehrjährige Berufspraxis außerhalb der Hochschule voraus. Die Universitätskliniken schließlich vereinen Hochschul- und Krankenhausberufe unter einem Dach und sind vielerorts der größte Arbeitgeber der Region.

Weniger bekannt ist die Universität als Ausbildungsbetrieb. Hochschulen bilden selbst aus, etwa Chemielaboranten, Fachinformatiker, Elektroniker, Gärtner, Tierpfleger, Buchbinder und Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste, und bieten daneben duale Studiengänge in Verwaltung und IT an. Wer eine Ausbildung an einer Universität beginnt, lernt in Werkstätten und Laboren, die es in dieser Ausstattung in kaum einem Industriebetrieb gibt.

Wissenschaftliche Berufe: von der Hilfskraft bis zur Professur

Das wissenschaftliche Personal bildet den Kern der Universität. Die Berufe dieses Feldes bauen aufeinander auf und markieren zugleich die Stationen einer akademischen Laufbahn. Charakteristisch ist die Befristung der Qualifikationsphasen: Vom hauptberuflichen wissenschaftlichen Personal waren Ende 2024 rund 186.500 Beschäftigte befristet angestellt, das entspricht 66 %, gegenüber 97.900 unbefristeten Beschäftigten (Destatis). Rechtlicher Rahmen dafür ist das Wissenschaftszeitvertragsgesetz, das befristete Verträge für die eigene wissenschaftliche Qualifizierung erlaubt.

Professor

Professoren vertreten ihr Fach eigenverantwortlich in Forschung und Lehre. Sie leiten Lehrstühle oder Fachgebiete, betreuen Promotionen, werben Drittmittel ein und wirken in der akademischen Selbstverwaltung mit, etwa in Berufungskommissionen und Fakultätsräten. Auf eine Professur wird man berufen, nicht befördert: Voraussetzung sind neben der Promotion zusätzliche wissenschaftliche Leistungen, klassisch die Habilitation oder gleichwertige Leistungen, an Fachhochschulen zusätzlich mehrjährige Berufspraxis außerhalb der Hochschule. Vergütet wird nach der W-Besoldung in den Besoldungsgruppen W1 bis W3, deren Höhe je Bundesland unterschiedlich ausfällt. Daneben existieren Titel ohne Planstelle wie die außerplanmäßige Professur und die Honorarprofessur.

Juniorprofessor und Tenure-Track-Professor

Die Juniorprofessur (W1) richtet sich an herausragend Promovierte und ersetzt die Habilitation als Qualifikationsweg. Juniorprofessoren forschen und lehren von Beginn an eigenverantwortlich, mit eigener Ausstattung und eigenem Prüfungsrecht, üblicherweise in zwei Phasen von je drei Jahren mit Zwischenevaluation. Besonders planbar ist die Variante mit Tenure Track: Hier ist nach positiver Evaluation der unmittelbare Übergang auf eine unbefristete Professur zugesagt, ohne erneutes Berufungsverfahren.

Vertretungsprofessor

Bleibt eine Professur vorübergehend unbesetzt, etwa zwischen zwei Berufungen, nimmt ein Vertretungsprofessor ihre Aufgaben wahr, befristet und ohne Berufungsverfahren. Für viele Habilitierte ist die Vertretung eine wichtige Bewährungsstation auf dem Weg zum eigenen Ruf. Die Vergütung orientiert sich in aller Regel an der Besoldungsgruppe der vertretenen Stelle, den Professorentitel dürfen Vertreter allerdings nur in wenigen Bundesländern führen.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Der wissenschaftliche Mitarbeiter ist das Rückgrat des Mittelbaus. Er forscht in Projekten, hält Übungen und Seminare, betreut Abschlussarbeiten und übernimmt Aufgaben am Lehrstuhl, vom DFG-Antrag bis zur Klausuraufsicht. Viele Stellen dienen der eigenen Qualifikation, also der Promotion oder Habilitation, und sind deshalb nach dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz befristet. Daneben gibt es Dauerstellen für Daueraufgaben, etwa in zentralen Einrichtungen oder der Studiengangorganisation. Vergütet wird in aller Regel nach TV-L E13, mit Berufserfahrung und besonderer Verantwortung auch E14. Auch viele Promotions- und Postdoc-Stellen sind formal als wissenschaftliche Mitarbeiter ausgeschrieben.

Doktorand

Wer promoviert, tut das an der Universität meist auf einer befristeten Doktorandenstelle, häufig in Teilzeit, oder über ein Stipendium beziehungsweise ein strukturiertes Promotionsprogramm. Eine Sonderform ist die Industriepromotion in Kooperation mit einem Unternehmen. Unabhängig vom Weg gilt: Rechte, Pflichten und der Ablauf bis zur Verteidigung richten sich nach der Promotionsordnung der Fakultät.

Postdoc

Nach der Promotion folgt üblicherweise die Postdoc-Phase: eigenständige Forschung, Publikationen, erste eigene Drittmittelanträge und der Aufbau eines wissenschaftlichen Profils. Ziel ist die Berufbarkeit. Viele Postdocs wechseln in dieser Phase die Universität oder gehen für einzelne Stationen ins Ausland, um das eigene Profil zu schärfen.

Akademischer Rat

Vor allem in Bayern und Baden-Württemberg ist der Akademische Rat verbreitet, eine Beamtenstelle im Mittelbau, häufig auf Zeit. Akademische Räte übernehmen Daueraufgaben in Lehre, Laborleitung oder Studiengangorganisation und werden in aller Regel nach Besoldungsgruppe A 13 besoldet.

Nachwuchsgruppenleiter

Zwischen Postdoc und Professur liegt die Leitung einer eigenen Forschungsgruppe, etwa im Emmy-Noether-Programm der DFG. Nachwuchsgruppenleiter führen eigenes Personal, verantworten ein eigenes Budget und gelten als aussichtsreiche Kandidaten für spätere Berufungen.

Studentische und wissenschaftliche Hilfskraft (SHK/WHK)

Der klassische Einstieg in den Wissenschaftsbetrieb schon während des Studiums. Hilfskräfte unterstützen Lehrstühle bei Recherche, Datenerhebung, Tutorien und Bibliotheksaufsicht. Der Unterschied zwischen beiden Formen: Studentische Hilfskräfte stehen noch im Studium, wissenschaftliche Hilfskräfte haben bereits einen ersten Hochschulabschluss.

Lehre: Dozenten, Lehrbeauftragte und Lektoren

Nicht jeder, der an der Universität unterrichtet, ist Professor. Ein eigenes Berufsfeld trägt die Lehre, oft mit deutlich höherem Lehrdeputat als im forschenden Mittelbau.

Dozent

Der Begriff Dozent bezeichnet an Hochschulen hauptberufliche Lehrende ohne Professur, an privaten Hochschulen und in der Weiterbildung auch ganze Stellenprofile. Dozenten konzipieren Lehrveranstaltungen, prüfen und beraten Studenten. Gearbeitet wird hauptberuflich in Festanstellung oder nebenberuflich auf Honorarbasis, je nach Hochschultyp mit sehr unterschiedlichen Deputaten.

Lehrkraft für besondere Aufgaben (LfbA)

Diese Tarifstellen tragen einen erheblichen Teil der grundständigen Lehre, etwa in Sprachpraxis, Mathematik-Grundausbildung oder Sportdidaktik. Das Lehrdeputat liegt deutlich über dem eines wissenschaftlichen Mitarbeiters, Forschung gehört in aller Regel nicht zum Aufgabenprofil.

Lehrbeauftragter

Lehraufträge werden nebenamtlich und semesterweise vergeben, häufig an Praktiker aus Wirtschaft, Justiz oder Kultur. Vergütet wird je nach Land und Hochschule pro Unterrichtsstunde, für viele Lehrbeauftragte zählt daneben die Lehrerfahrung als Baustein der eigenen Laufbahn. Wer über Jahre erfolgreich lehrt, kann unter Umständen zum Honorarprofessor bestellt werden.

Lektor und Privatdozent

Lektoren vermitteln vor allem Sprachpraxis, etwa als muttersprachliche Lehrkräfte in den Philologien. Der Privatdozent wiederum ist kein Angestelltenverhältnis, sondern ein Status: Habilitierte, die mit der venia legendi ohne Professur an ihrer Fakultät lehren.

Medizinische Berufe an der Universitätsklinik

Universitätskliniken verbinden Krankenversorgung, Forschung und Lehre und sind personell oft größer als ihre Universität. Typisch ist die Doppelstruktur: Das Klinikum trägt die Krankenversorgung, die Medizinische Fakultät Forschung und Lehre, und viele Ärzte arbeiten in beiden Welten zugleich, morgens am Patienten, nachmittags an der Studie. In unserer Auswertung vom 12.07.2026 entfielen rund 250 der aktiven Ausschreibungen auf ärztliche Berufe. Die ärztliche Laufbahn folgt dabei einer festen Leiter.

Assistenzarzt

Der Assistenzarzt ist approbierter Arzt in der Facharztweiterbildung. An der Uniklinik behandelt er Patienten auf Station und im Dienst, dokumentiert, nimmt an Visiten teil und forscht häufig parallel an der eigenen Promotion. Vergütet wird üblicherweise nach dem TV-Ärzte/TdL, dem Tarifvertrag für Ärzte an Universitätskliniken.

Facharzt

Nach der mehrjährigen Weiterbildung und der Facharztprüfung übernimmt der Facharzt eigenverantwortlich Diagnostik und Therapie seines Gebiets. An Universitätskliniken verbinden viele Fachärzte die Krankenversorgung mit eigener Forschung und klinischen Studien.

Oberarzt

Der Oberarzt trägt medizinische Führungsverantwortung für einen Bereich, eine Station oder einen Funktionsbereich. Er supervidiert Assistenzärzte, verantwortet die Weiterbildung und vertritt die Klinikleitung. Vorausgesetzt ist die Facharztanerkennung, an Unikliniken kommen häufig Promotion und wissenschaftliches Profil hinzu.

Chefarzt und Klinikdirektor

An der Spitze einer Universitätsklinik steht üblicherweise ein Klinikdirektor, der die Abteilung medizinisch und wirtschaftlich führt. An Unikliniken ist diese Position in aller Regel mit einer Professur verbunden, die Leitung wird also über ein Berufungsverfahren besetzt.

Study Nurse und Studienkoordinator

Klinische Studien sind das Bindeglied zwischen Labor und Patient, und sie haben eigene Berufe hervorgebracht. Die Study Nurse betreut Studienpatienten, organisiert Visiten und Probenlogistik und dokumentiert prüfplankonform, meist auf Basis einer Pflegeausbildung oder einer Ausbildung als Medizinischer Fachangestellter mit Zusatzqualifikation. Der Studienkoordinator steuert die Studie administrativ, von der Ethikkommission bis zum Monitoring.

Medizinischer Technologe für Laboratoriumsanalytik (MTL)

Früher als MTLA bekannt, heute nach dem MT-Berufe-Gesetz geschützte Berufsbezeichnung. MTL führen die biomedizinischen Analysen der Labormedizin durch, von der Blutanalytik bis zur Aufbereitung histologischer Präparate, und sichern deren Qualität. An Unikliniken arbeiten sie zusätzlich in Forschungslaboren.

Medizinphysiker

In Strahlentherapie, Nuklearmedizin und Radiologie planen Medizinphysiker Bestrahlungen, sichern die Gerätequalität und überwachen den Strahlenschutz. Der Weg führt über ein Physik- oder Medizinphysik-Studium mit anschließender Fachkunde, ein hochspezialisiertes Profil, das fast ausschließlich an großen Kliniken gebraucht wird.

Gesundheit und Therapie

Rund um die Krankenversorgung beschäftigen Unikliniken und Hochschulambulanzen weitere Gesundheitsberufe. In unserer Auswertung vom 12.07.2026 entfielen darauf jeweils rund 90 Ausschreibungen für Pflegeberufe und für psychologisch-therapeutische Berufe.

Psychologe und Psychotherapeut

Psychologen arbeiten an Unikliniken in Psychiatrie, Psychosomatik und Neuropsychologie sowie in der Forschung, approbierte Psychotherapeuten zusätzlich in der Patientenbehandlung und in Hochschulambulanzen. Darüber hinaus beschäftigen Universitäten Psychologen in der psychosozialen Beratung von Studenten.

Physiotherapeut, Ergotherapeut und Logopäde

Die Therapieberufe versorgen Patienten der Kliniken und wirken an Studien mit, etwa in der Rehabilitationsforschung. Der Zugang führt über eine Fachausbildung oder zunehmend über ein Studium.

Pflegefachkraft

Die Pflege stellt an Universitätskliniken einen erheblichen Teil des Personals, von der Stationspflege über OP- und Intensivpflege bis zur Stationsleitung. Unikliniken versorgen als Maximalversorger die schwersten Fälle, entsprechend breit sind die Spezialisierungsmöglichkeiten, etwa in Anästhesie- und Intensivpflege oder Onkologie. Hinzu kommt die zunehmend akademisierte Pflege: Pflegewissenschaftler und Pflegeexperten mit Studium bringen Forschungsergebnisse an das Patientenbett. Die Destatis-Statistik zählt die Pflege ausdrücklich zum nichtwissenschaftlichen Hochschulpersonal, das zuletzt deutlich stärker wuchs als der wissenschaftliche Bereich.

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Labor, Technik und Handwerk

Ohne Werkstätten und Labore steht die Forschung still. Dieses Berufsfeld ist der wohl am meisten unterschätzte Teil der Universität.

Chemielaborant und CTA

Der Chemielaborant ist ein dualer Ausbildungsberuf, den Universitäten selbst ausbilden; der chemisch-technische Assistent (CTA) kommt über die Berufsfachschule an denselben Arbeitsplatz. Beide setzen Synthesen an, fahren Analysen und verantworten Geräte und Gefahrstoffe eines Instituts.

Biologielaborant und BTA

Der Biologielaborant und der biologisch-technische Assistent (BTA) halten den lebenden Teil der Forschung am Laufen: Zellkulturen, Bakterienstämme, Gewächshaus. Weil Kulturen auch am Wochenende versorgt werden wollen, bindet dieser Beruf den Arbeitsrhythmus stärker als andere Laborberufe.

Techniker und Elektroniker

Staatlich geprüfte Techniker und Elektroniker betreuen Großgeräte, Versuchsstände und die Elektrotechnik der Institute. Sie warten Anlagen, planen Umbauten mit, weisen Nutzer ein und sorgen dafür, dass Experimente sicher laufen.

Feinmechaniker und Werkstattpersonal

Viele naturwissenschaftliche Fakultäten unterhalten eigene Präzisionswerkstätten, die Bauteile für Experimente fertigen, die es nirgendwo zu kaufen gibt. Vom Vakuumflansch bis zur Spezialhalterung entsteht hier Forschungsinfrastruktur in Handarbeit.

Gärtner und Tierpfleger

Botanische Gärten und Versuchsgewächshäuser beschäftigen Gärtner, die Forschungspflanzen kultivieren. Tierpfleger der Fachrichtung Forschung und Klinik versorgen Versuchstiere nach strengen Tierschutzvorgaben, ein Beruf mit hoher Verantwortung und eigener Ausbildung.

Hausmeister und Betriebstechnik

Campusgebäude, Hörsaaltechnik, Lüftung, Heizung und Schließsysteme brauchen dauerhafte Betreuung. Die Betriebstechnik gehört zu den wenigen Bereichen der Universität, die im Schichtbetrieb arbeiten.

IT und Digitales

Rechenzentren, Forschungsdaten und Campus-Management machen die Universität zu einem großen IT-Arbeitgeber. In unserer Auswertung vom 12.07.2026 entfielen rund 120 der aktiven Ausschreibungen auf IT-Berufe, vom Helpdesk bis zur Systemarchitektur.

Systemadministrator

Administratoren betreiben Server, Netzwerke, Identity-Management und die Dienste des Hochschulrechenzentrums, von E-Mail über WLAN bis zu Hochleistungsrechnern für die Forschung.

Fachinformatiker

Als dualer Ausbildungsberuf ist der Fachinformatiker der Einstieg in die Hochschul-IT, in den Fachrichtungen Systemintegration und Anwendungsentwicklung. Universitäten bilden hier regelmäßig selbst aus.

SAP- und Anwendungsbetreuer

Personal-, Finanz- und Studentenverwaltung laufen über zentrale Fachverfahren, an vielen Hochschulen über SAP. Anwendungsbetreuer passen die Systeme an, schulen die Verwaltung und begleiten Migrationen.

Forschungsdatenmanager und E-Learning-Spezialist

Zwei junge Berufe des digitalen Wissenschaftsbetriebs. Forschungsdatenmanager helfen Arbeitsgruppen, Daten nachvollziehbar zu speichern, zu dokumentieren und zu veröffentlichen. E-Learning-Teams betreuen Lernplattformen, Hörsaalaufzeichnung und digitale Prüfungen, meist mit wissenschaftlichem Abschluss und starkem Praxisanteil.

Verwaltung, Management und Recht

Die Hochschulverwaltung ist das größte nichtwissenschaftliche Berufsfeld und zugleich das vielfältigste. In unserer Auswertung vom 12.07.2026 entfielen auf Koordinations- und Managementfunktionen rund 240 Ausschreibungen, auf Sekretariat und Assistenz rund 110, hinzu kommen Sachbearbeitung, Personal, Finanzen und Recht.

Sekretariat und Teamassistenz

Das Lehrstuhlsekretariat ist die Schaltstelle jedes Instituts: Terminkoordination, Dienstreisen, Bestellwesen, Prüfungsorganisation und oft die erste Anlaufstelle für Studenten. Ebenso arbeiten Assistenzen in Dekanaten, Präsidialbüros und Forschungsverbünden.

Sachbearbeiter

Ob Studentensekretariat, Personalabteilung oder Beschaffung, Sachbearbeiter setzen die Verwaltungsprozesse der Hochschule um. Der Zugang führt üblicherweise über eine kaufmännische oder verwaltungsbezogene Ausbildung, teils über die Laufbahnausbildung des öffentlichen Dienstes.

Referent und Wissenschaftsmanager

Zwischen Wissenschaft und Verwaltung ist ein eigenes Berufsfeld entstanden. Wissenschaftsmanager steuern Forschungsverbünde, beraten bei Anträgen, entwickeln Strategien und managen Qualitätssicherung oder Transfer. Viele bringen selbst eine Promotion mit, gearbeitet wird als Referent im Präsidium, in Forschungsreferaten oder Graduiertenschulen.

Koordinator

Studiengangkoordinatoren, Projektkoordinatoren und Programm-Manager halten Studienbetrieb und Drittmittelprojekte zusammen, von der Stundenplanung bis zum Zwischenbericht an den Fördergeber.

Personal, Finanzen und Drittmittelverwaltung

Personalreferenten begleiten Berufungen und Einstellungen, Finanz- und Drittmittelstellen bewirtschaften die Budgets und rechnen DFG- und EU-Projekte ab. Gerade die Drittmittelverwaltung ist ein hochschultypischer Beruf, den es in dieser Form in der freien Wirtschaft kaum gibt.

Justiziar und Datenschutzbeauftragter

Volljuristen beraten die Hochschulleitung zu Prüfungsrecht, Arbeitsrecht, Berufungsverfahren und Kooperationsverträgen. Der Datenschutzbeauftragte wacht über Forschungsdaten, Studentendaten und klinische Daten, an einer Universität eine besonders anspruchsvolle Mischung.

Studienberatung, Prüfungsamt und International Office

Diese studentennahen Einheiten beraten bei Studienwahl und Studienverlauf, verwalten Prüfungen und Zeugnisse und betreuen internationale Studenten und Austauschprogramme.

Transfer, Fundraising und Career Service

Transferstellen bringen Forschungsergebnisse in die Anwendung, begleiten Ausgründungen und Patente und pflegen Unternehmenskontakte. Fundraiser werben Spenden und Stiftungsmittel ein, der Career Service bereitet Studenten auf den Berufseinstieg vor. Ein wachsendes Feld an der Schnittstelle von Hochschule und Wirtschaft.

Dekanatsgeschäftsführer und Kanzler

Zu guter Letzt die Leitungsebene der Verwaltung: Dekanatsgeschäftsführer managen die Fakultät, der Kanzler führt als Mitglied der Hochschulleitung die gesamte Verwaltung und verantwortet den Haushalt. Solche Positionen werden regelmäßig öffentlich ausgeschrieben und setzen langjährige Verwaltungs- oder Managementerfahrung voraus.

Bibliothek, Archiv und Kommunikation

Wissen zu ordnen, zu bewahren und nach außen zu tragen ist eine eigene Berufswelt an der Hochschule, mit eigenen Laufbahnen und eigenen Abschlüssen.

Bibliothekar

Universitätsbibliotheken beschäftigen Bibliothekare in zwei Laufbahnen: den gehobenen Dienst mit bibliothekswissenschaftlichem Studium und den wissenschaftlichen Dienst, für den üblicherweise ein Fachstudium plus bibliothekarische Zusatzausbildung verlangt wird. Fachreferenten betreuen dabei die Literatur ganzer Disziplinen und beraten Wissenschaftler, zunehmend auch zu Open Access und elektronischem Publizieren.

Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste (FaMI)

Der Ausbildungsberuf der Bibliothekswelt. FaMI arbeiten in Ausleihe, Medienbearbeitung und Magazin und halten den Betrieb der Bibliothek aufrecht.

Archivar

Universitätsarchive sichern Aktenbestände, Nachlässe von Wissenschaftlern und die Geschichte der Institution. Ein kleines, spezialisiertes Berufsfeld mit eigener Ausbildung im gehobenen und höheren Archivdienst.

Presse- und Wissenschaftskommunikation

Pressestellen und Kommunikationsabteilungen übersetzen Forschung für die Öffentlichkeit, betreuen Social-Media-Kanäle, organisieren Veranstaltungen und beraten Wissenschaftler im Umgang mit Medien. Der Zugang führt häufig über ein geistes- oder naturwissenschaftliches Studium mit journalistischer Erfahrung.

Vergütungssysteme und Qualifikationen im Überblick

So unterschiedlich die Berufe, so klar sortieren sich die Vergütungssysteme. Die folgende Liste ordnet die acht Berufsfelder den Systemen und typischen Einstiegswegen zu, von den akademischen Berufen der Wissenschaft bis zu den Ausbildungsberufen in Technik und Verwaltung. In Österreich regelt statt des TV-L in aller Regel der Kollektivvertrag für die Universitäten die Gehälter, in der Schweiz sind die Anstellungsbedingungen kantonal beziehungsweise je Hochschule geregelt.

BerufsfeldTypische BerufeVergütungEinstieg
ProfessurenProfessor, JuniorprofessorW-BesoldungBerufung
Wiss. MittelbauWiMi, Doktorand, PostdocTV-L E13/E14Studium, Promotion
LehreDozent, LfbA, LektorTV-L bzw. HonorarStudium
Medizin (Uniklinik)Assistenz-, Fach-, OberarztTV-Ärzte/TdLApprobation
GesundheitPflege, Study Nurse, MTLTV-L, HaustarifAusbildung, Studium
Labor und TechnikLaborant, TA, ElektronikerTV-LAusbildung
ITAdmin, FachinformatikerTV-LAusbildung, Studium
Verwaltung, BibliothekSachbearbeiter, Referent, FaMITV-L, teils BesoldungAusbildung, Studium

Zuordnung der Berufsfelder zu Vergütungssystemen und Einstiegswegen, vereinfachte Übersicht. Maßgeblich sind Tarifvertrag, Landesrecht und die konkrete Ausschreibung. Quelle: akademische-jobs.de.

Ein Unterschied zwischen den Berufsfeldern verdient besondere Beachtung: die Befristung. Während wissenschaftliche Qualifikationsstellen nach dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz in aller Regel befristet sind, werden Stellen in Verwaltung, Technik, IT, Bibliothek und Pflege überwiegend als Dauerstellen ausgeschrieben. Wer langfristige Sicherheit sucht, findet sie an der Universität also eher neben der Wissenschaft als in ihr, mit denselben Vorzügen des öffentlichen Dienstes: tarifgebundene Bezahlung, Jahressonderzahlung, betriebliche Altersvorsorge und vergleichsweise verlässliche Arbeitszeiten.

Welche dieser Berufe gerade gesucht werden, sehen Sie live in unseren Bereichen nach Stellenart:

Fazit

Die Universität ist einer der vielseitigsten Arbeitgeber überhaupt. Von den rund 805.700 Hochschulbeschäftigten in Deutschland arbeitet fast die Hälfte außerhalb von Forschung und Lehre, und auch unsere Auswertung von 4.844 Stellenausschreibungen (Stand 12.07.2026) zeigte neben Professuren und Mittelbau-Stellen Ärzte, Laboranten, IT-Spezialisten, Verwaltungsfachleute und Handwerker. Wer an der Universität arbeiten möchte, braucht dafür also nicht zwingend eine wissenschaftliche Laufbahn: Für fast jede Ausbildung und jedes Studium gibt es ein passendes Berufsbild auf dem Campus. Wir hoffen, dass wir Ihnen damit weiterhelfen konnten!

FAQ: Häufige Fragen zu Berufen an der Universität

Was sind akademische Berufe?

Als akademische Berufe bezeichnet man Berufe, die ein abgeschlossenes Hochschulstudium voraussetzen, etwa Arzt, Jurist, Ingenieur oder die wissenschaftlichen Berufe an Hochschulen selbst. An der Universität arbeiten akademische und nicht-akademische Berufe eng zusammen: Der Professor ist auf Laboranten, Techniker und Verwaltung ebenso angewiesen wie umgekehrt.

Kann man ohne Studium an der Universität arbeiten?

Ja, in vielen Berufen. Universitäten beschäftigen Laboranten, Elektroniker, Feinmechaniker, Gärtner, Tierpfleger, Fachinformatiker, Verwaltungs- und Bibliotheksfachangestellte und bilden in etlichen dieser Berufe selbst aus. Auch Sekretariate, Sachbearbeitung und Betriebstechnik stehen Bewerbern mit Ausbildung offen. Vergütet werden diese Stellen in aller Regel nach dem TV-L.

Welche Berufe gibt es an der Uniklinik?

Neben der ärztlichen Laufbahn vom Assistenzarzt über Facharzt und Oberarzt bis zum Klinikdirektor arbeiten an Universitätskliniken Pflegefachkräfte, Psychologen und Psychotherapeuten, Therapieberufe, Medizinische Technologen (etwa MTL), Medizinphysiker sowie Study Nurses und Studienkoordinatoren für klinische Studien. Hinzu kommen Verwaltung, IT und Technik des Klinikbetriebs.

Nach welchen Tarifen bezahlt die Universität?

An deutschen Landeshochschulen gilt für Tarifbeschäftigte in aller Regel der Tarifvertrag der Länder (TV-L), wissenschaftliche Mitarbeiter werden üblicherweise nach E13 eingruppiert. Professoren werden als Beamte nach der W-Besoldung besoldet, Ärzte an Universitätskliniken nach dem TV-Ärzte/TdL oder einem Haustarif. In Österreich gilt der Kollektivvertrag für die Universitäten, in der Schweiz regeln die Kantone beziehungsweise die Hochschulen selbst die Anstellungsbedingungen.