Sie möchten Ihr Wissen vertiefen, mit Leidenschaft forschen und einen echten Unterschied machen? Dann sind Sie genau richtig bei uns! Werden Sie Teil unseres wissenschaftlichen Teams am Fachbereich 4, bringen Sie Ihre Ideen ein und engagieren Sie sich für eine nachhaltige Zukunft!
Als Hochschule für Angewandte Wissenschaften setzen wir auf anwendungsorientierte Forschung und Lehre. Wir leben Praxisnähe, Interdisziplinarität, Internationalität, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und gesellschaftliche Verantwortung. An unserem Campus im Frankfurter Nordend mit über 15.000 Studierenden und 1.000 Lehrenden, Forschenden und Mitarbeitenden bringen Sie Ihre Expertise zeitlich und inhaltlich flexibel ein. In der europäischen Hochschulallianz U!REKA bieten wir internationale Kurse, Weiterbildungen und Austausche für alle Hochschulangehörigen an.
Wir besetzen
zum nächstmöglichen Zeitpunkt
befristet für 3 Jahre
folgende Stelle:
Wissenschaftliche Mitarbeiter/-in im Drittmittelprojekt Kunst als soziale Praxis (w/m/d)
(Beschäftigungsumfang 75% = 30 Std./Wo.)
Kennziffer: 708/
Ihre Aufgaben
In Zusammenarbeit mit der Hessischen Theaterakademie entstehen drei künstlerisch-wissenschaftliche Forschungsprojekte in der Kulturellen Bildung, die gleichzeitig für drei Jahre im Programm „Kunst als soziale Praxis“ eingebettet sind. In diesem Weiterbildungsprogramm für andere Künstler/ -innen sollen sie konkrete Beiträge für dessen inhaltlichen Ausrichtung leisten. Die Frankfurt University of Applied Sciences schreibt nun zwei Stellen für diese Forschungsvorhaben aus.
Die Forschungsprojekte sollen sich der übergeordneten Frage widmen, wie künstlerische Praxis in sozialen Kontexten operiert und welche Formen von Wissen, Erfahrung und Öffentlichkeit sie dabei hervorbringt. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Anwendung künstlerischer Methoden zur Vermittlung vorgegebener Inhalte, sondern die Entwicklung eigenständiger künstlerischer Projekte, die soziale Wirklichkeiten als Material und Arbeitsfeld begreifen. Zugleich untersucht das Forschungsprogramm, inwiefern solche Praktiken zur Kulturellen Bildung beitragen können. Ein zentrales Anliegen ist es, die situativen Wirkungsweisen dieser künstlerischen Prozesse zu reflektieren und beschreibbar zu machen. Reflexive und dokumentarische Verfahren begleiten die Projekte und dienen dazu, die spezifischen Qualitäten, Grenzen und Potenziale künstlerischer Praxis in sozialen Kontexten zu untersuchen.
Die Projekte beschäftigen sich mit Prozessen nachhaltiger Transformation in sozialen Kontexten, die auch im Feld der Kulturellen Bildung relevant werden. Im praktischen Fokus sollten dabei aktuelle Herausforderungen wie die Überwindung sozialer Isolation, die Stärkung von Resilienz in Gemeinschaften sowie ökologische und nachhaltige Handlungsperspektiven stehen. Diese Perspektiven und die Ergebnisse fließen in das an der Frankfurt University of Applied Sciences angedockte Weiterbildungsprogramm „Kunst als soziale Praxis“ ein. Das Qualifizierungsprogramm richtet sich an Künstler/ -innen, die ihre künstlerische Praxis in sozialen Kontexten verorten und dort weiterentwickeln möchten. Die Verknüpfungen zwischen eigenem Forschungsprojekt und Weiterbildungsprogramm trägt zur gegenseitigen Weiterentwicklung bei. Die Einbettung der Projektstellen in „Kunst als soziale Praxis“, dem Netzwerk der Hessischen Theaterakademie, sowie dem künstlerischen Team im Fachbereich 4 Soziale Arbeit und Gesundheit der Hochschule bieten den Stelleninhaber/ -innen inhaltliche und organisatorische Unterstützung bei der Durchführung ihrer künstlerisch-wissenschaftlichen Projekte. Die Entwicklung einer Promotion im Rahmen des Promotionszentrums Soziale Arbeit oder des Netzwerks der Hessischen Theaterakademie ist ausdrücklich erwünscht.
Initiiert und gefördert wird „Kunst als soziale Praxis“ durch die Crespo Foundation.
Zu folgenden drei Forschungsschwerpunkten können Bewerbungen eingereicht werden
1. Materializing the Political (Das Politische praktisch erzeugen)
Künstlerische Praxis in sozialen Kontexten wird in diesem Forschungsfeld als eigenständige Form der Wissensproduktion verstanden. Sie operiert nicht lediglich als Mittel zur Vermittlung gesellschaftlicher Themen, sondern schafft Situationen, in denen soziale und politische Dynamiken sinnlich erfahrbar, verhandelbar und veränderbar werden.
Künstlerische Arbeiten entwickeln dabei Räume, Prozesse oder Bilder, in denen gesellschaftliche Spannungen sichtbar, verschoben oder zugespitzt werden. Solche Praktiken erproben zugleich neue Formen des Zusammenlebens, der Teilhabe und des Begehrens. Vorstellungskraft wird hierbei nicht als Flucht aus bestehenden Verhältnissen verstanden, sondern als ästhetische und politische Praxis, die es erlaubt, Beziehungen und Handlungsformen unter Bedingungen multipler Krisen neu zu organisieren, insbesondere in postmigrantischen und heterogenen Gesellschaften.
Gesucht werden künstlerisch-wissenschaftliche Projekte, die in konkreten sozialen Kontexten arbeiten und künstlerische Verfahren entwickeln, um gesellschaftliche Konflikt- und Spannungsfelder gemeinsam mit unterschiedlichen Akteur/ -innen zu untersuchen. Dabei geht es nicht notwendig um die Auflösung dieser Spannungen, sondern um deren ästhetische Bearbeitung und die Erprobung neuer Formen von Öffentlichkeit, Zusammenleben und Kollektivität.
2. Inventing Learning (Lernen gemeinsam erfinden)
In diesem Forschungsfeld wird Lernen nicht als Vermittlung vorgegebener Inhalte verstanden, sondern als offener, situativer Prozess, der sich aus gemeinsamer künstlerischer Praxis entwickelt. Künstlerische Verfahren eröffnen Räume, in denen Wissen nicht reproduziert, sondern im Tun hervorgebracht und verhandelt wird. Im Zentrum steht die Frage, wie sich Formen des Lernens gestalten lassen, die mit Ungewissheit umgehen können und nicht von klar definierten Zielsetzungen oder Verwertungslogiken ausgehen. Künstlerische Praxis adressiert Beteiligte dabei als handelnde Subjekte, deren Wahrnehmungen, Erfahrungen und Handlungsspielräume sich im Prozess verschieben können.
Wir suchen Projekte, die Lernformen entwickeln, die mit Ungewissheit in den Lernzielen und Zukunftsperspektiven umgehen und auf unvorhergesehene Herausforderungen reagieren. Welche Räume brauchen wir, damit alle Beteiligten herausfinden, was sie lernen wollen ohne zu wissen wofür dieses Wissen noch/schon gebraucht wird? Mit der Perspektive der multiplen Transformationen und Herausforderungen für soziale Akteur/ -innen fragen die Forschungsprojekte außerdem, wie sich das Verständnis der Profession Kultureller Bildung verändern muss.
3. Shaping Social Conditions (Gesellschaftliche Bedingungen gestalten)
Künstlerische Interventionen greifen in bestehende soziale Strukturen ein, zeigen diese auf, bieten Alternativen an oder können konkrete Lösungsansätze zu Problemstellungen in diesen Strukturen anbieten. Orte – und wie an diesen Orten Menschen miteinander in Beziehung treten –, werden zu künstlerischem Material mit dem experimentiert werden kann. Künstlerische Praxis in sozialen Feldern kann so zum Experimentierraum oder Reallabor werden, um Transformationsprozesse anzustoßen, zu unterstützen oder Lösungsansätze zu Transformationsblockaden anzubieten. Dieses Forschungsfeld richtet den Blick auf die Bedingungen, unter denen solche Prozesse wirksam, aber auch verstetigt werden. Künstlerische Projekte werden als zeitlich begrenzte, aber potenziell nachhaltige Interventionen verstanden, die neue Beziehungen, Netzwerke und Handlungsmöglichkeiten eröffnen.
Wir suchen Projekte, die durch künstlerisches Handeln Menschen zu Akteur/ -innen der Transformation ihrer gesellschaftlichen Lebensverhältnisse machen. Welche Strukturen und Netzwerke braucht es, damit künstlerische Projekte über temporäre Aktionen hinaus nachhaltig transformativ wirken können? Wie können Kooperationen mit Nachbarschaften, Institutionen und sozialen Trägern tragfähig gestaltet werden? Und wie lassen sich durch künstlerische Praxis andere Formen des Miteinanders entwickeln, die über den Moment hinaus wirken?
Bitte reichen Sie mit Ihrer Bewerbung ein Exposé eines künstlerisch-wissenschaftlichen Forschungsvorhabens ein, das die konkrete Einbettung in einen spezifischen sozialen Kontext beschreibt (bevorzugt im Rhein-Main-Gebiet).
Projektbezogene Forschungsaufgaben sind:
- Entwicklung und Realisierung eines eigenständigen künstlerischen Projekts in einem spezifischen sozialen Kontext in Zusammenarbeit mit lokalen Akteur/ -innen, entlang einer künstlerisch-forschenden Fragestellung.
- Konzeption und Anwendung reflexiver, dokumentarischer und ggf. forschender Verfahren, die den künstlerischen Prozess begleiten und dessen situierte Wirkungsweisen beschreibbar und vermittelbar machen
- Analyse und kritische Aufarbeitung der im Projekt gewonnenen Erfahrungen und Materialien sowie deren Verdichtung in geeigneten Formaten (z. B. Texte, künstlerische Dokumentationen, Präsentationen, Publikationen).
- Vermittlung praktischer Fertigkeiten und auf wissenschaftlicher Grundlage beruhender Kenntnisse in den Lehrveranstaltungen der Studiengänge der Lehreinheit Soziale Arbeit, vorwiegend im Weiterbildungsprogramm KASP, aber auch im Studienschwerpunkt Kultur und Medien des Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit und des Masterstudiengangs Performative Künste in sozialen Feldern und anderer HTA-Studiengänge.
- Mitwirkung bei der Betreuung von studentischen Projekten sowie von Studien- Master-Bachelorarbeiten.
- Teilnahme und Mitarbeit an inhaltlichen und administrativen Planungs- und Reflexionstreffen sowie die Bereitschaft, koordinatorische Tätigkeiten zu Übernehmen
- Sonderaufgaben nach Weisung der Projektleitung
Ihr Profil
- Abgeschlossenes Hochschulstudium (Master- oder Uni-Diplom) in Kulturpädagogik, Kulturwissenschaft, Theaterwissenschaft, Tanzwissenschaft, Künstlerischen Fächern, Sozialer Arbeit oder vergleichbaren Studiengängen mit künstlerischer und pädagogischer Eignung in den Bereichen kulturelle bzw. ästhetische Bildung, künstlerische Praxis in sozialen Feldern, künstlerische Forschung.
- Organisationskompetenz und kommunikative Fähigkeit, großes Interesse an der Entwicklung, Implementierung und Weiterentwicklung von Lehrangeboten professionelle Berufserfahrung im künstlerischen Feld mit sozialen Akteuren
- Gute Teamfähigkeit
- Sehr gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift, gute Deutschkenntnisse
Wir bieten Ihnen
Work-Life-Balance & Familienfreundlichkeit
- Flexible Arbeitszeitgestaltung und mobiles Arbeiten, sofern Ihre Tätigkeit dies zulässt
- 30 Arbeitstage Urlaub im Jahr plus frei an Heiligabend und Silvester und am eigenen Geburtstag
- familienfreundliche Angebote im Rahmen des Zertifikats „audit familiengerechte Hochschule“
Einstieg, Vernetzung & Karriere
- Strukturiertes Onboarding in Ihrem Forschungsprojekt und dem Promotionszentrum
- Kollegiales und internationales Umfeld, um gemeinsam Forschungsprojekte durchzuführen
- Umfangreiches Weiterbildungsangebot an der Hochschule und im Promotionszentrum
Mobilität & Campusleben
- kostenfreies Landesticket Hessen sowie gute Anbindung durch ÖPNV und Tiefgarage
- fahrradfreundliche Infrastruktur mit Stellplätzen, Servicestationen und Leihrädern
- Lebendiger Campus mit vielfältigem Sport- und Veranstaltungsangebot
Ihre Eingruppierung erfolgt in die Entgeltgruppe 13 TV-Hessen. Auf unserer Homepage finden Sie weitere „Gute Gründe für eine Bewerbung“ an unserer Hochschule.
Wir setzen uns aktiv ein für Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Inklusion. Wir begrüßen ausdrücklich Bewerbungen von Menschen mit internationaler Familiengeschichte und legen großen Wert auf die familiengerechte Gestaltung der Arbeitszeit. Personen mit einer Schwerbehinderung oder diesen Gleichgestellte, werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt berücksichtigt.
Unsere Hochschule tritt besonders für die Erhöhung des Beschäftigungsanteils von Frauen in Informatik, Ingenieurwissenschaften und anderen Bereichen ein, in denen Sie unterrepräsentiert sind und fordert daher nachdrücklich Frauen zur Bewerbung auf.
Sofern Sie einen Hochschulabschluss im Ausland erworben haben, bitten wir Sie, Ihrer Bewerbung eine Zeugnisbewertung beizufügen. Hier finden Sie nähere Informationen zur Zeugnisbewertung.
Für fachliche Fragen bzw. Auskünfte steht Ihnen gerne Prof. Dr. Sebastian Matthias (+49 69 1533-4483)
zur Verfügung. Bei Fragen zum Bewerbungsprozess wenden Sie sich bitte an Ihre HR-Kontaktperson Sahar Ahsani (+49 69 1533-3271).
Ihre Bewerbung
Haben wir Sie überzeugt? Dann freuen wir uns auf Ihre Online-Bewerbung bis zum 12.06.2026.
Bitte nutzen Sie für Ihre Bewerbung unser Online-Portal.
Um dich für diesen Job zu bewerben, besuche bitte recruitingapp-5609.de.umantis.com.
